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Wir leben in einer eigenartigen Zeit, in der alte soziale Dogmen und Glaubensgrundsätze durch die Dynamik der Entwicklung immer schneller infrage gestellt werden. Und damit auch die Ideen des Menschen darüber, was er sei.

Was ist ein Mensch? Wer bin ich?

Wer in der Frage nach sich selbst, sich selbst nur als Geschichte und Ideen (er)kennt, für den kann diese Berührung persönlich zutiefst irritierend sein. Entweder versucht sich der Mensch nun abzukapseln, sich als eine Idee über sich selbst zu konservieren, was wir im Grossen in den ganzen (neo)nationalistischen Strömungen wiederfinden, die sich derzeit global ausbreiten, oder er sucht eine neue Grundlage für „eigene Identität“, die über die Idee hinausreicht.

Mit dem Zeitalter der Aufklärung wurde die Religion nach und nach in der Frage nach eigener Wahrheit entmachtet, zugunsten der Naturwissenschaft und Philosophie, aber das grundsätzliche Problem wurde nicht gelöst, eigene Identität in einem „jenseits der Idee“ zu finden. Die Aufklärung steckt im Axiom Descartes, „ich denke, also bin ich“, fest. Und wo eigene Identität eine Frage der eigenen Ideen ist, fühle ich mich automatisch in meiner Identität durch den Wandel der Ideen bedroht.

Worin? In dem, was ich (angeblich) bin.

Dieser Blog soll den interessierten Lesern eine Hilfestellung sein, eigene Identität im Wesen in einem Jenseits aller Ideen zu entdecken und erkennen helfen, was Ideen sind: Hilfsmittel, Werkzeuge. Im täglichen Umgang mit Werkzeugen, vom Kochtopf bis zu Messer und Gabel, sind wir uns alle bewusst, dass sie austauschbare Werkzeuge sind, die uns das Leben erleichtern. Niemand käme auf die Idee, ein Kochtopf zu sein.

Der ganze Neonationalismus, das ganze Festhalten an sich überlebt habenden Ideen über uns selbst, gründet auf der Verwechslung der Idee mit mir selbst. Ich glaube, eine Idee zu sein, und wo sie infrage gestellt wird, fühle ich mich bedroht – und auf diesem unglücklichen Umstand basiert der ganze heute zu beobachtende religiöse, schein-religiöse und politische Fanatismus.

Was wir beobachten, ist ein Kampf der Ideen, nicht primär der Menschen.

Doch wo sich der Mensch mit seinen Ideen, die allesamt sozial sind, in der Identität verwechselt, lässt er sich durch die Idee tyrannisieren und ist ihr Sklave.

Dieser Blog soll dem interessierten Menschen also helfen, sich jenseits dieses Ideenstreites als das wieder zu entdecken, dessen Diener die Idee eigentlich ist, „das“, die Realität selbst.

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