Der Denker und sein Denken – die Selbsterkenntnis des Denkers (letzter Teil)

„Erwachen“ ist im Kontext dieser Betrachtung einfach die Selbsterkenntnis des Denkers: „ich bin Gewahrsein. Punkt.“

Wenn ich als Denker sage, „ich bin Gewahrsein“, dann sage ich, ich bin immer hier. Es ist doch lächerlich, mich vom Gewahrsein als etwas getrenntes zu interpretieren. Ich bin im Wesen das, was ist: Gewahrsein.

Es gibt keine Gedanken, die nicht Gewahrsein wären, kein Stein, kein Krümel Erde, und ich nenne ihn dann den „erwachten Denker“.

Macht sich der nicht erwachte Denker an seinen Gedanken fest, erkennt der „erwachte Denker“ das, was er ist: die Substanz seiner Erscheinung.

Der nicht zu sich selbst erwachte Denker glaubt die Erscheinung zu sein, der erwachte Denker glaubt nicht, die Erscheinung zu sein, schon auch, als eigene Sichtbarkeit, aber im Wesen ist er eben Gewahrsein und damit von absolut nichts zu trennen, was ist.

Der nicht erwachte Denker beschränkt sich auf Gestalt, also Gedanken; der erwachte Denker tut das nicht.

Und da er das nicht tut, erkennt er sich als die Weltseele selbst, das Selbst.

Den Denker gibt es als getrennte für-sich-Instanz nicht. Das ist nur Horizont der Sichtbarkeit und Interpretation von Weltseele: Interpretation von Gewahrsein.

Er hat keine wahre Grösse oder Grenze, er ist im Wesen das blanke HIER: reines Gewahrsein. Die Weltseele, die sich selbst begegnet.

 

 

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