Nebel und kalt.

Trotz des meist lausigen Wetters war ich täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Das brauche ich gefühlt als Ausgleich zu meinen immer länger werdenden Meditationen, in denen ich meist bewegungslos verharre.

Das Wohnzimmer ist neu eingerichtet, nun mit einem Meditationsplatz. Schreibtisch und Computer wollte ich hier nicht mehr, nur noch mein Galaxy 3 Smartphone, das ich damals auf meiner Radreise in Murcia, Andalusien gekauft hatte.

Alles mehr „Ashram“, weniger Nachrichten, vorerst kein YouTube, wenig Internet.

Die meditative Stille zieht mich noch mehr an. Ich kann Milarepa gut verstehen, der zuletzt fast nur noch meditierte.

Die unbedürftige Stille zentrierter Präsenz ist ein angenehmer Genuss. Erstaunlich finde ich immer wieder, wie klar dieser sich entleerende Geist ist, obwohl er eigentlich nur „lauert“, ohne zu ergreifen, und wie er in seiner Leere die Gesamtheit der Raumzeit umgreift. Trotzdem entgeht ihm nichts.

Die Erkenntnis der absoluten Präsenz, des alles umfassenden und leeren aber hellwachen Ich, zieht mich derzeit magisch an. Und der Winter ist eine gute Gelegenheit diesen wachen Winterschlaf zu pflegen.

Milarepa schrieb ein Gedicht, das ungefähr so lautete: „Wer im eigenen Geist sich besinnt, auf den ursprünglichen Zustand seines Geistes, dem schwinden alle Gedanken ins Reich der letzten Wirklichkeit: Niemand ist zu finden, der leidet – und niemand, der Leiden verursacht. Das erschöpfendste Studium der Sutren lehrt uns nicht mehr als dies eine.“

Und dieses völlig in sich ruhende „Ur-Ich“, das der Hintergrund der Persönlichkeit ist, und Hintergrund jeder Welterfahrung, zieht mich derzeit magisch an.

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