Was ist Zeit?

Wenn ich persönlich, und mehr als eine persönliche Betrachtung der Zeit soll das hier nicht sein … wenn ich also persönlich die Zeit betrachte, gibt es zum einen das direkte Erleben der Zeit und dann noch zum anderen die Ebene der intellektuellen Reflexion über die Zeit.

Im Erleben ist Zeit eine Bewegung im Hier. Es ist die Präsenz – das, was ist – die sich (in sich) verändert. In meinem persönlichen Erleben verlässt also das, was wir Zeit nennen: Veränderung/ Bewegung, das Hier nicht. Nicht so, als wäre da eine vom direkten Hier losgelöste Vergangenheit oder losgelöste Zukunft.

Um allerdings Zeit in ihrer Wirkung wahrzunehmen, brauche ich eine Unterscheidungsmöglichkeit. Ich muss vorher und nachher in dieser Bewegung unterscheiden können. Und dazu bediene ich mich als das Verständnis der Zeitvorstellung: als ein „vorher“, ein „jetzt“ und ein „nachher“. Und wo tue ich das? Auch immer nur als dieses Hier-Sein.

Um Zeit in ihrer Wirkung wahrzunehmen, muss ich als Verständnis so tun, als gäbe es ein „vorher“, ein „jetzt“ und ein „nachher“, auch wenn es nur das „jetzt“ gibt, in das ich mit diesem Trick schauen will.

Als Verständnis bin ich so mein Instrument, um IN die Ewigkeit (mich selbst) zu schauen. Die Ewigkeit (ich) erlebt sich ohne dieses Instrument „un-unterschieden“: Als die sogenannte „Leere“.

Persönlichkeit ist immer Unterscheidung. Ich unterscheide mich vor dem Hintergrund der Welt. Ohne die Welt kann Persönlichkeit nicht existieren, denn sie ist der Hintergrund, von dem sie sich unterscheidet.

Und das tue ich als Verständnis in vergleichbarer Weise wie bei der Zeitwahrnehmung: Statt so zu tun, als gäbe es ein vorher und nachher, tut ich als Verständnis nun so, als gäbe es einen Raum: Da hinten ist die Sonne und hier bin ich.

Jedoch, wie auch in der Zeitwahrnehmung „vorher“ und „nachher“ als Unterscheidung vom „jetzt“ künstlich bleiben, ist das auch mit dem Hier in Unterscheidung von anderen Lokalitäten im Raum. Der Raum ist im Wesen einen einziges Hier, wie die Zeit im Wesen ein einziges Jetzt ist:

Und das nennen einige das „Hier UND Jetzt“, wissenschaftlich gesagt: das Phänomen der Raumzeit. Und um in ihr Unterscheidungen zu treffen, brauche ich eine Persönlichkeit.

Die Unterscheidungsfähigkeit ist somit die Fähigkeit, in das Selbst (mich selbst) zu schauen, wobei auch hier gilt was für die Raumzeit-Wahrnehmung gilt: Auch eine Unterscheidung in verschiedene Persönlichkeiten ist nicht mehr als ein Verständnismodell, um den Blick in die Vielfalt zu ermöglichen.

Und mehr als das Verständnis in diesem Blick unterscheiden und in Beziehung setzen kann, kann ich persönlich nicht wahrnehmen, da ich als Persönlichkeit das Produkt (das Bild) dieser Schau des ich als Verständnis bin.

Ohne diese Schau ist alles „Nirvana“: un-unterschiedenes Sein.

Es ist das „Nirvana“ selbst, das in sich schaut. Wozu und warum? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es das kann. Und warum kann es das? Das weiß ich auch nicht.

Der Grund dieser Schau ist mit ebenso ein Rätsel.

Natürlich könnte ich spekulieren. Doch wozu, wenn ich es nicht weiß?

Ich weiß nicht, warum ich bin, nur dass ich das Instrument bin, das die Persönlichkeit als Unterscheidung zeichnet.

Und wer bin ich, als der Zeichner? Keine Ahnung. Ich nehme nur das Bild wahr, das ich zeichne.

Und wer soll das sein, denn ich da zeichne? Angeblich ich selbst. 🙂

Doch über Kunst lässt sich streiten. 🙂

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