Die Erkenntnis Brahmans (des Selbst).

Ein Traum inspirierte mich zu diesem Beitrag.

Es wurde in diesem Traum wild diskutiert. Dann fragte mich der Diskussionsleiter im Traum nach meiner Meinung.

Erst wollte ich antworten: „Es macht einen Unterschied, ob ich im Denken über Ereignisse exakt die chronologische Reihenfolge einhalte, in der sie sinnlich erschienen, oder ob ich davon losgelöst wild vor mir hin spekuliere.“

Aber dann antwortete ich: „Je weiter ich mich im Denken aus dem Hier, in dem die Ereignisse sinnlich erscheinen, entferne, desto lauter werden die Extrageräusche, die das Gehirn erzeugt.“

Das demonstrierte ich im Traum, indem ich eine laute Straßenkreuzung überquerte. Der Diskussionsleiter und der Teilnehmer, zu dessen Beitrag meine Meinung gefragt wurde, folgten mir.

Beide brachen immer mehr in blanke Euphorie aus und riefen begeistert: „Das ist so wahr. Das ist so wahr.“

Sie taten aber nicht mehr, als in dieser inneren Haltung die Kreuzung zu überqueren, also: die Extrageräusche des Gehirns immer mehr auszuschalten.

Erklärung:

Weder die durch die Körpersinne wahrgenommenen Ereignisse, noch das Denken selbst, verlässt jemals das Hier, die Gegenwart.

Erst im Denken – zu dem ich hier auch das Fühlen zähle, das das Denken energetisch treibt – verlasse ich empfunden das Hier in das vom Gehirn erzeugte Modell der Raumzeit, was das Modell ist, das wir Persönlichkeit nennen.

Nicht als das Fühlen und Denken selbst, sondern im Denken, im Denkvorgang, betrete ich das Modell der Raumzeit und entferne mich scheinbar (in diesem Modell) aus dem Hier, dem Selbst, das ich realer als die Inhalte des Denkens bin.

Nicht der erscheinende Lärm ist unbedingt „laut“, sondern erst die „Extrageräusche“, die das Gehirn in diesem Modell „Raumzeit/ Persönlichkeit“ erzeugt.

Denn dieses Modell ist das, was wir Persönlichkeit nennen. Ein Modell, das notwendig ist, um die Dinge zu ordnen, in Beziehung zu setzen.

Nicht das Denken selbst ist unangenehm laut. Die Lautstärke nimmt einfach zu, wie ich mich IM Denken scheinbar (empfunden) aus der Gegenwart entferne.

Das ist eine Übung, die ich tun kann, um das Selbst zu erkennen, denn letztlich bin ich, unabhängig dieses Modells, das vom Gehirn erzeugt wird, die Gegenwart selbst.

Und die Gegenwart ist nichts anderes als die Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit ist nichts anderes als Brahman.

Das Modell „Persönlichkeit“ dient Brahman dazu, den Blick in seine Gegenwart „aufzuweiten“.

So scheine ich IN diesem Modell – und nur IN diesem Modell und nicht als das Modell selbst – etwas anderes als Brahman selbst zu sein.

Verlasse ich empfunden (Identität) dieses Modell, zentriert sich die Empfindung „Ich“ im Hier (Gegenwart) und ich „erkenne mich selbst“.

Die Empfindung „Ich“ und Gegenwart und Brahman sind ein – und dasselbe, wobei, Vorsicht, hier Ich nicht beschränkt auf die Persönlichkeit gemeint ist, sondern das ganze Universum (bekannt wie unbekannt) mit einschließt.

Persönlichkeit ist zwar auch „ich“ (Brahman), aber das Modell über Brahman, das Brahman nicht exklusive für sich selbst beanspruchen kann: Das „Nicht-zwei“ in der Philosophie des Advaita.

Persönlichkeit und Brahman sind nicht zwei, aber die Persönlichkeit ist „nur“ das Selbstbild Brahmans durch diesen Körper und nicht Brahman „an sich“ selbst.

Brahman ist die sogenannte „große Weite“ in die Persönlichkeit blickt.

So erkennst du dich als Brahman.

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