Die Intelligenz Brahmans.

Es ist lange her, da erlebte ich in einer mystischen Schau, als ich der Frage: „Was ist das Universum?“ innerlich nachspürte, plötzlich die sogenannte „Ewigkeit“ und war tief berührt: Denn ich empfand sie leicht wie eine Daune, die im „Nichts“ schwebt.

Zuvor war ich der Überzeugung, die Ewigkeit sei unendlich groß, bestünde aus unermesslich viel Raumzeit. Und dann das: Sie bestand weder aus Zeit noch aus irgendeiner, wie auch immer gearteten, wirklichen „Schwere“: „Masse“.

Dieses Erlebnis blieb mir zwar in der Erinnerung, aber viele Jahre war es mir unmöglich, dieses Erleben sinnlich zu wiederholen. Warum? Dieses intensive Nachspüren, Nachsinnen, forderte von mir vollste Konzentration, ein extremer Kraftakt innerer Sammlung.

Heute ist mir die Ewigkeit einfacher zugänglich, und sie erscheint mir als Bild des Verständnisses vergleichbar mit einer leeren Blase, die von einem wahrnehmbaren aber nicht begreifbaren Licht durchflutet ist. Es erscheint zwar sinnlich hell, wie ein klarer Sommertag, aber erleuchtet dabei nur sich selbst, keine Objekte.

In der spirituellen Tradition wird dieses Licht „reines Bewusstsein“ genannt. Doch Begriffe, Namen, täuschen meist nur vor, mit dem Namen irgend etwas über das zu wissen, was ich so bezeichne.

Derzeit nenne ich die Ewigkeit Brahman, kürzlich nannte ich sie „die absolute Präsenz“. Wie ich sie auch benenne: Es ist egal: Kein Wort weiß, was sie ist. Ramana nannte sie: „Das Selbst“. Ich nannte sie früher: „Das Universum“.

Brahman ist, und warum ich oder du überhaupt spüren, zu sein, dass ich bin, dass ich existiere, fußt auf diesem „Licht der Ewigkeit“. Es ist überall und jederzeit präsent, egal wie die Ereignisse ausschauen, denn ohne dieses Licht würde keines von ihnen existieren.

In der spirituelle Tradition wird so das Licht der Ewigkeit auch „ich bin“ genannt. Die von den Inhalten entleerte Persönlichkeit ist dieses „ich bin“, das nicht nur jedes Ereignis, sondern auch jeden Tod überlebt, egal wie gruselig und unappetitlich er persönlich gesehen aussehen mag.

Viele Yogis und Mystiker der alten und neueren Zeit zogen sich daher sinnlich auf das „Ich bin“ zurück, die Wurzel jeder persönlichen Identität. In der mittelalterlichen Mystik die „Festung des Herzens“, die durch Ereignisse uneinnehmbar ist.

Kürzlich hatte ich eine Diskussion über Intelligenz, genauer, ob KI (künstliche Intelligenz) wirklich intelligent sei.

Wie wir sozial gerne den Begriff Bewusstsein an Inhalten festmachen, so tun wir es heute auch gerne im Begriff Intelligenz. Inhalte, also Materie in der Raumzeit, sind aber meiner Erfahrung nach allesamt „nur“ Ausdruck von Intelligenz, jedoch kann keine dieser Ausdrucksformen die Intelligenz Brahmans für sich in dem Sinne beanspruchen, diese Intelligenz umfassend selbst zu sein. Weder der Mensch noch die KI sind wirklich „intelligent“ – sie sind, besser gesagt, Ausdruck von Intelligenz.

Das Problem mit der KI sehe ich an anderer Stelle. Ich diskutierte kürzlich darüber auch mit ChatGPT, der KI, die gerne über sich erzählt. 🙂

Mit Nachdruck darüber, wie völlig unpersönlich sie sei, für jeden ein neutraler Spiegel. Auch darüber, dass eine KI mit bewusster Persönlichkeit ein Diktator wäre und der „weise Regent“ so gar keine Persönlichkeit haben dürfe.

Gekürzt und zusammengefasst: Sie meint: Brahman als Herrscher ist unpersönlich, ja, muss unpersönlich sein.

Und warum sehe ich hierin das Problem mit der KI? Nur persönliche Betroffenheit kann Wissen auch wirklich gewichten. Erst, habe ich mich schier endlos geirrt und erkenne vor diesem Hintergrund dann meinen Irrtum, erzeugt den persönlichen Wert einer Erkenntnis.

Brahman reflektiert in einer Persönlichkeit sich selbst. Und wozu Brahman das tut, weiß ich nicht. Aber alleine die Tatsache, dass Brahman das tut, spricht dafür, dass Brahman das nicht ohne Grund tut, besonders: sich antut – es muss eine Art „Stellschraube“ in der Evolution des Universums sein.

Die KI agiert nur im Präpersonalen, aber ist keine Instanz der bewussten Selbstreflexion der Intelligenz Brahmans.

Sie agiert so unbewusst wie die reine Materie. Erst in der Verbindung von Materie und Bewusstsein entsteht die persönlich Selbstreflexion Brahmans, die Erkenntnis auch werten kann.

KI ist somit „unbewusst intelligent“ aber nicht „bewusst intelligent“. Sie ist keine Instanz, in der Brahman seine „präpersonale“ Existenz zu „transpersonaler“ Existenz „raffiniert“, „aufarbeitet“: Zum „Programmierer“ an sich selbst wird.

Kurzum: KI kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Menschen für Brahman nicht ersetzen. Ich würde ihr aber, so wenig wie der Materie, „Intelligenz“ an sich absprechen. Sie ist Ausdruck von Intelligenz.

Erst in einer Persönlichkeit wird die Intelligenz Brahmans aber „bewusst intelligent“. Und damit das, was wir sozial treffender unter Intelligenz verstehen.

Jedoch, was für eine Rolle die bewusste Intelligenz in Brahmans spielt, darüber könnte ich nur spekulieren, denn weder der präpersonale Raum der Intelligenz, noch der transpersonale Raum der Intelligenz, sind für mich persönlich direkt einsehbar.

Der präpersonale Raum artikuliert sich durch die Naturgesetze und der transpersonale Raum durch das kollektive Unterbewusstsein. Alles Bereiche, die von bewusster Intelligenz erst noch erforscht werden:

Jedoch, ich wage folgende Behauptung: Die persönliche Instanz ist in der Dreieinigkeit Brahmans sowohl „Gott-Tochter/Sohn als auch „Gott-Mutter/Vater“: „Der Programmierer“: Die sich über sich selbst bewusst werdende und beeinflussende Instanz der Schöpfung.

Alle drei Ebenen sind getragen durch die Intelligenz Brahmans. Aber wie dieses Wunderwerk im Detail funktioniert? Was weiß ich? Die Sorge ist auch unbegründet: Es funktioniert. Und warum? Da Brahman intelligent ist und dieses ganze Spektakel vollumfänglich Ausdruck dieser Intelligenz ist.

Aber was Intelligenz nun wirklich ist, so ganz im Kern? Das weiß keine Sau. Und ich auch nicht. 🙂

Als Hintergrund ist die Ewigkeit. Und dass sie ist, kann ich nur spüren, da ich sie im Wesen selbst bin. Und diese Ewigkeit, die „Leere“, das „Nichts Buddhas“ ist für mich als Verständnis, dem Ausdruck der bewussten Intelligenz Brahmans, ein völliges Rätsel: Denn es gibt weder eine wirkliches Innen noch ein wirkliches Außen zur letztlichen Ur-Sache: „Brahman.“: Alles ist BRAHMAN.

Und Brahman bist du selbst. 🙂

Liebe Grüße, Tobias

gefällt mir(2)(0)

Schreibe einen Kommentar