Die „Wahrheit“ in Brahman.

Meiner Beobachtung nach verhält sich das Thema Wahrheit in Brahman recht analog zur Relativitätstheorie von Einstein. Also nicht so, dass es Wahrheit nicht gibt, aber sie hängt von meiner persönlichen Perspektive ab.

Zum Beispiel gibt es in Brahman keine verbindliches „Innen“ und „Außen“, aber aus der persönlichen Perspektive durchaus: Die Welt erscheint als das „Außen“, wie die Sinneseindrücke von außen in den Körper eindringen. Und ich als Persönlichkeit erscheint als das „Innen“: Als die/der Bewohner/in des Körpers.

Suche ich nun aber nach dem Selbst, also Brahman, ist es gleichermaßen innerhalb wie außerhalb des Körpers als die sogenannte Wirklichkeit. Hier gelten die relativen Unterscheidung, die als Persönlichkeit guten Sinn machen, nicht mehr, da das Selbst im Wesen gestaltlos ist und somit auch nicht Gegenstand des Ordnungssystems der Raumzeit.

Es ist die Gegenwart, in der die Unterscheidungen in „Innen“ und „Außen“ für mich als Persönlichkeit erscheinende Wahrheit sind, jedoch gehe ich als das Selbst über die Persönlichkeit hinaus, sprich, auch über die persönliche Perspektive. Hier bin ich eins mit der Wirklichkeit und „innen“ und „außen“ – zu was auch immer – gleichzeitig. Als was: Die sogenannte „Leere“.

Als Persönlichkeit bin ich zwar eins mit der „Leere“ (dem spirituellen Wort für Wirklichkeit), aber kann sie persönlich nicht exklusiv als mein persönliches Eigentum beanspruchen. 🙂

Auf der Ebene der Vielfalt gehört sie allen und allem gleichermaßen, Besser gesagt: Alle gehören der Wirklichkeit: Alles ist die Wirklichkeit.

Es gibt hier nicht das Selbst und das Nicht-Selbst, sondern nur ein: Alles ist das Selbst, ohne jede Ausnahme. 🙂

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