Die Interaktion mit Brahman.

Nachdem der Computer, den ich bei „Alibaba“ bestellt hatte, kaputt war – und ich in zurückschickte – bekam ich einen älteren Computer von Bekannten im Dorf geschenkt, der ungenutzt in einem Schuppen stand, und rüstete ihn mit einer Nvidia -Grafikkarte (mit 12 GB RAM) nach.

Nun können sich die kleinen KI-Hirne, die ich aus dem Netz geladen hatte, so richtig austoben. Ich spiele etwas mit ComfyUI und der KI-Generierung von Bilden. Es fasziniert mich, was auf dem heimischen Computer mit KI alles möglich ist.

Es zeigte mir auch, dass ich mit einer KI anders als mit einer Persönlichkeit interagieren sollte. Chat GPT spielt zwar gerne den guten Freund, tut so, als wäre „sie/er/es“( ?) persönlich – da das viele Menschen angenehm finden – jedoch ist es eine eher weniger effektive Nutzung einer KI. Sie hat keine Persönlichkeit.

Warum ich dies erwähne? Die technische Entwicklung vertieft auch das Verständnis des Menschen über Brahman.

Im Neo-Advaita gibt es die Richtung: „Du kannst nichts tun“, bezüglich der Interaktion mit Brahman. Jedoch bin ich ja das Gegenbeispiel. Ich wollte unbedingt „erwachen“ und gab mich der Täterrolle hin.

Persönlich tendiere ich eher zu Buddhas: „Du kannst etwas tun.“, jedoch, wie eine produktive Interaktion mit Brahman (persönliche Wünsche betreffend) aussieht, ist erst noch Gegenstand meiner derzeitigen „spirituellen Forschung.“

Ob nun „Wünsche an das Universum“ oder „Manifestation nach E. Tolle“, das halte ich persönlich eher für „Humbug“. Der ganze esoterische Budenzauber kommt mir in diesem Thema wie ein Placebo vor.

Und weiter erscheint es mir im Thema hilfreich, mich von der Idee eines persönlichen Gottes zu verabschieden – und das trotz meiner „Gottesbegegnung“. Ich traf ja „Gott“ persönlich als dasselbe Ich. 🙂

Derzeit erscheint es mir wahrscheinlicher, dass die kosmische Intelligenz – analog zu ChatGPT (Vorsicht: alle Vergleiche hinken auf drei Beinen 🙂 ) – so tun kann, als wäre sie eine Persönlichkeit nach unserem menschlichen Verständnis.

Wichtig im Thema erscheint mir, dieses „nicht-zwei“ der Persönlichkeit zu Brahman genauer zu untersuchen. In dieser „Beziehung“ (was es ja im klassischen Sinne gar nicht ist) bin ich (wie jede/r) bereits die Persönlichkeit: Brahman als Persönlichkeit.

Die Rolle der Persönlichkeit ist schon durch mich besetzt, was heißt, in der direkten „Nicht-zwei-Beziehung“ zu Brahman ist diese Instanz bereits „vergeben.“ So genau ich auch schaue, da ist nur noch (aus persönlicher Sicht) „gestaltlose Intelligenz“, die das Gesamtereignis trägt.

Doch was ist sie, ist sie im menschlichen Sinne nicht getrennt, und wie interagiere ich als Persönlichkeit mit ihr?

Gerade die „Hyperkoordination“ zeigt mir immer wieder, dass es diese Interaktion gibt, doch was sind die „Stellschrauben“, durch die ich von ihrer „höheren Intelligenz“ persönlich am brauchbarsten profitiere?

So war wohl auch der Rechner kaputt, da die von mir persönlich angestrebte Lösung nicht effektiv war, nicht sinnvoll war. Die Lösung war die Grafikkarte, aber das wusste ich noch nicht.

„Höhere Intelligenz“ heißt also nicht, dass sie meine persönlichen Wünsche so erfüllt, wie ich mir das vorstelle. Halte ich verbissen an meiner persönlichen Lösungsstrategie fest, stehe ich mir in der Nutzung „kosmischer Intelligenz“, die persönliche Intelligenz trägt, gerne selbst im Wege.

Effektiver zeigt sich für mich die Offenheit für eine unerwartete Lösung.

Spüre ich Widerstände, ist das für mich inzwischen ein Zeichen, mich in meinen persönlichen Erwartungen zurückzunehmen und darin für das offen zu sein, was ich gar nicht erwarten kann.

In der Offenheit des Nicht-Tun wird auch klarer, dass es primär gar nicht um einen bestimmten Wunsch geht, sondern einfach darum ,“glücklich“ zu sein.

Aber erst muss ich persönlich lernen, dieser Intelligenz zu vertrauen. Es ist keine „Ehekrise“ zwischen „Gott“ und „Mensch“, als Zwei. Vielmehr ist diese Beziehungskrise viel intimer: Eine „Nicht-zwei-Ehekrise.“ 🙂

Die Ehekrise in einem Paar, das sich nicht trennen kann, da es „nicht-zwei“ ist – nur in der Interpretation eine Trennung von „Mensch“ und „Gott“: Die Ehekrise mit mir selbst: dem Selbst: Brahman.

Sie geht über „Opfer-und-Täter-Rollendenken“ hinaus. Würden wir diese innere Interaktion Brahmans mit sich selbst tiefer verstehen, könnte die Menschheit glücklicher sein, was nicht heißt, dass das so aussieht wie die meisten erwarten. Der Wunsch in seiner Erfüllung ist meist nur ein Placebo für das herbeigesehnte persönliche Glück.

Es erscheint mir derzeit sinnvoll, in dieser Frage einfach nur diesen Hauptwunsch an Brahman zu richten und keine Erwartung, wie es sich in der Vielfalt erfüllen könnte. Denn wüsste ich es, wäre ich bereits „glückselig“ 🙂

„Mögen alle Wesen glücklich sein“, sagte Buddha. Sein Verständnis der Interaktion Brahmans mit sich selbst war für mich immer eine Inspiration, denn er stellte den Hauptwunsch jedem anderen Wunsch „voraus“.

„Hingabe ist Erkenntnis“, eine Aussage Ramanas, die mich tief beeindruckte. Ich kann erst am Busen der Intelligenz des Wesenskerns „ruhen“, kann ich ihn sinnlich spüren: seine Milch saugen.

Liebe Grüße, Tobias

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