Ich schreibe meine Beiträge hier primär, da es mir hilft – als das menschliche Verständnis, das ich in diesem Ereignis bin – Dinge zu ordnen und zu klären.
Wenn eine Leserin oder ein Leser von diesen „Aufräumarbeiten“ profitiert, so freut mich das, aber „Lehre“ ist derzeit nicht mehr meine primäre Intention im Schreiben.
Das hat mit dem persönlichen Machtgefälle in Brahman zu tun, das ich am besten mit den Gravitationsfeld eines Planeten vergleiche. In den Weltraum hinaus nimmt es exponentiell ab. Und so ist das auch, lasse ich hier den Chaosaspekt unberücksichtigt, mit der persönliche Wirkung eines Menschen in das soziale Umfeld.
Das ist wohl auch der Grund, warum Ramana riet, sich aus den Angelegenheiten anderer Menschen möglichst rauszuhalten. 🙂 Der Einfluss ist gering, der Ärger gerne umso größer. Zudem wirkt es oftmals unabsichtlich aufdringlich.
Warum viele Menschen heute unter sich selbst leiden, liegt nicht nur an den „äußeren Umständen“, sondern primär daran, dass sie als Persönlichkeit zu fett geworden sind. Nicht nur das körperliche, sondern auch das geistige Übergewicht ist derzeit eine fast schon globale Erscheinung.
Aber was meine ich mit „geistigem“ Übergewicht?
Dazu will ich das spirituelle Erlebnis eines Satori beschreiben:
In einem Satori werde ich persönlich vom „Bewusstseinsblitz“ (so nannte ich das nach meinem Satori, da der letzte erinnerte Eindruck der eines aufleuchtenden Blitzes war) erschlagen, ausgelöscht.
Wie lange ein Satori dauert, weiß niemand, da ich im Satori persönlich nicht mehr existiere. Es gibt somit keine persönliche Erinnerung. Ich bin in diesem Zustand „nondual“: Im spirituellen Kontext „Gewahrsein“ genannt.
„Boote“ ich nun aus dem Satori als Persönlichkeit wieder hoch, dominiert der sogenannte „Bliss“, Glückseligkeit, da ich mich selbst als Persönlichkeit federleicht anfühle. Die ganze empfundene Last aus der Erinnerung ist wie ausgelöscht. Trotzdem funktioniere ich als Persönlichkeit einwandfrei.
Persönlichkeit ist vielleicht vergleichbar mit einem Betriebssystem, das im Satori gründlich bereinigt wurde.
Der Mensch glaubt gerne, er müsse an allen Erinnerungen festhalten, sie ständig neu sichten, um sie zu behalten, ständig neue Eindrücke sammeln und hinzufügen, da er glaubt, dass sie das wären, was ihn funktional ausmacht.
Nicht nur der Arbeitsspeicher, sondern auch die Festplatte der Persönlichkeit (Gedächtnis) kommen so an ihr Limit, das System wird träge: „Geistige Fettleibigkeit“, denn er verwechselt sich als Betriebssystem mit den von ihm generierten und gesammelten Daten.
Ich kann als Mensch aber auch alle Daten in Brahman „auslagern“, ohne sie wirklich zu verlieren. Ich muss an dem ganzen Krempel nicht festhalten, um als Persönlichkeit zu funktionieren.
Das ist vergleichbar mit der Nahrungsaufnahme: Essen, Verdauen und Ausscheiden. Ich muss an den Ausscheidungen nicht festhalten. Daher weiß ich einen Tag später oftmals nicht mehr, was ich gestern geschrieben hatte und muss selbst wieder nachlesen. 😉
Brahman funktioniert vergleichbar eines Cloudspeichers. Ich lasse den Krempel einfach wieder los, wie die physischen menschlichen Ausscheidungen, und nehme sie, nachdem sie von Brahman in neue Nahrung verwandelt wurden, wieder auf.
Das fällt mir als Mensch umso leichter, je tiefer ich mich emotional als ohne Trennung zu Brahman erkenne und führt dann zur sogenannten „Hingabe.“
Hingabe ist nicht Unterordnung unter eine andere Macht, sondern die immer mehr als reibungslos empfundene Funktion meiner selbst als Persönlichkeit, begreife ich mich nicht nur intellektuell, sondern primär emotional, als ohne Trennung zu Brahman.
Und Brahman ist dann wie ein riesiger Cloudspeicher, in den ich alle Daten auslagern kann und selbst als Persönlichkeit „schlank“ bleibe.
Warum die „schlanke“ Persönlichkeit in Brahman trotzdem gerne „fauler“ ist als die „fette“ Persönlichkeit ist, dazu vielleicht später, bin ich nicht zu faul. 🙂
„Geistige Fettleibigkeit“ ist somit eine Folge des berüchtigten „Trennungsgedankens“, aber nicht die funktionale Persönlichkeit ist dabei das Problem, sondern ihre emotionale Überzeugung, etwas getrenntes von Brahman zu sein.
We sollte ich aber etwas getrenntes von Brahman sein, bin ich Brahman? 🙂
Und um diesen Irrtum auszuräumen dient die sogenannte „Selbsterkenntnis.“
Liebe Grüße, Tobias
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