Spirituelle Legenden (1)

Epilog: Der spirituelle Krieger

Der nicht kommt und der nicht geht.

Der nicht fällt und der nicht steht.

Den niemand sieht, noch übersehen kann.

Der weder Frau ist, noch ein Mann.

Der die Welt in seinem Herzen trägt.

Der als Mensch das Brennholz sägt.

Der, von dem die Legende spricht:

Der Sehnsucht nach dem großen Licht.

Das die Welt erhellt.

An dem der Wahnsinn zerschellt.

So lasse mich die Feder schwingen,

und nur noch von Legenden singen.

Der exakten Lehre bin ich müde,

intellektuelle Fieberschübe.

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Das Universum,

wie ich im letzten Beitrag über die Zeit angedeutet hatte, erscheint mir also aus persönlicher Sicht „dual“ und aus „transpersönlicher“ Sicht „non-dual“.

Ich scheue mich hier, der persönlichen Sicht eine „unpersönliche“ oder „objektive“ Sicht gegenüberzustellen, denn „Sicht“ braucht immer einen Beobachter, egal wie „leer“ er erscheint: Ich. „Transpersönlich“ ist ein nebulöses Wort und soll hier nur als Platzhalter für einen Begriff dienen, den es in der Sprache meines Wissens nicht gibt.

Ich spreche absichtlich nur von „erscheint“, also perspektivischer Wahrheit, denn was das Universum wirklich ist, weiß ich nicht.

Es erscheint mir (Ich) perspektivisch dual (persönliche Perspektive) und non-dual (Ewigkeits-Perspektive oder „transpersönliche“ Perspektive).

Obwohl ich weiß, dass ich bin, also: dass das Universum existiert, wage ich es nicht, aus diesen beiden Perspektiven (dual und non-dual) eine objektive Wahrheit über das Universum abzuleiten.

Es ist für mich fraglich, ob es so etwas wie eine als objektive formulierbare Wahrheit über das Universum letztlich überhaupt gibt, da mir nur perspektivische Wahrheiten zugänglich sind.

Ich kenne zwar das IST des Universums, „es ist“/ „ich bin“, als die Grundlage meiner Existenz, aber kann daraus direkt keine weitere Wahrheit ableiten, die nicht perspektivisch wäre.

Wenn also Bodhidharma sagt: „Ich weiß nicht, wer ich bin“, so kann ich zu diesem Stand meiner Untersuchung über das Selbst ihm nur beipflichten.

Sicher weiß ich nur, dass ich bin.

Und dieses „Dass“, des Pudels Kern der Selbstbetrachtung, ist im Wesen auch die Essenz meines Selbstempfindens und der Gegenstand meiner meditativen Untersuchungen.

Diese Selbstuntersuchung hat eigentlich auch den sozialen Rahmen (den ich weiterhin für interessant halte) verlassen, und ich stehe im Thema „Ich“ in dieser weiteren Untersuchung alleine da, als Ich.

Es macht auch wenig Sinn, hier weiter zu „dozieren“, da mich eh niemand mehr zu verstehen scheint.

Je einfacher es wird, desto eher scheitert das Unterscheidungsvermögen der Gesprächspartner, aber hier ist eben mein Reich als der Jnana-Yogi, als den ich mich selbst liebe: in der -dual gesehen – feinsten Unterscheidung, die mir möglich ist: der zum „Schwarzen Loch“ der non-dualen Perspektive des Ich, in der die duale Perspektive unbewusst ist:

Die „Grenzscheide“ der Wahrnehmung.

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Was ist Zeit?

Wenn ich persönlich, und mehr als eine persönliche Betrachtung der Zeit soll das hier nicht sein … wenn ich also persönlich die Zeit betrachte, gibt es zum einen das direkte Erleben der Zeit und dann noch zum anderen die Ebene der intellektuellen Reflexion über die Zeit.

Im Erleben ist Zeit eine Bewegung im Hier. Es ist die Präsenz – das, was ist – die sich (in sich) verändert. In meinem persönlichen Erleben verlässt also das, was wir Zeit nennen: Veränderung/ Bewegung, das Hier nicht. Nicht so, als wäre da eine vom direkten Hier losgelöste Vergangenheit oder losgelöste Zukunft.

Um allerdings Zeit in ihrer Wirkung wahrzunehmen, brauche ich eine Unterscheidungsmöglichkeit. Ich muss vorher und nachher in dieser Bewegung unterscheiden können. Und dazu bediene ich mich als das Verständnis der Zeitvorstellung: als ein „vorher“, ein „jetzt“ und ein „nachher“. Und wo tue ich das? Auch immer nur als dieses Hier-Sein.

Um Zeit in ihrer Wirkung wahrzunehmen, muss ich als Verständnis so tun, als gäbe es ein „vorher“, ein „jetzt“ und ein „nachher“, auch wenn es nur das „jetzt“ gibt, in das ich mit diesem Trick schauen will.

Als Verständnis bin ich so mein Instrument, um IN die Ewigkeit (mich selbst) zu schauen. Die Ewigkeit (ich) erlebt sich ohne dieses Instrument „un-unterschieden“: Als die sogenannte „Leere“.

Persönlichkeit ist immer Unterscheidung. Ich unterscheide mich vor dem Hintergrund der Welt. Ohne die Welt kann Persönlichkeit nicht existieren, denn sie ist der Hintergrund, von dem sie sich unterscheidet.

Und das tue ich als Verständnis in vergleichbarer Weise wie bei der Zeitwahrnehmung: Statt so zu tun, als gäbe es ein vorher und nachher, tut ich als Verständnis nun so, als gäbe es einen Raum: Da hinten ist die Sonne und hier bin ich.

Jedoch, wie auch in der Zeitwahrnehmung „vorher“ und „nachher“ als Unterscheidung vom „jetzt“ künstlich bleiben, ist das auch mit dem Hier in Unterscheidung von anderen Lokalitäten im Raum. Der Raum ist im Wesen einen einziges Hier, wie die Zeit im Wesen ein einziges Jetzt ist:

Und das nennen einige das „Hier UND Jetzt“, wissenschaftlich gesagt: das Phänomen der Raumzeit. Und um in ihr Unterscheidungen zu treffen, brauche ich eine Persönlichkeit.

Die Unterscheidungsfähigkeit ist somit die Fähigkeit, in das Selbst (mich selbst) zu schauen, wobei auch hier gilt was für die Raumzeit-Wahrnehmung gilt: Auch eine Unterscheidung in verschiedene Persönlichkeiten ist nicht mehr als ein Verständnismodell, um den Blick in die Vielfalt zu ermöglichen.

Und mehr als das Verständnis in diesem Blick unterscheiden und in Beziehung setzen kann, kann ich persönlich nicht wahrnehmen, da ich als Persönlichkeit das Produkt (das Bild) dieser Schau des ich als Verständnis bin.

Ohne diese Schau ist alles „Nirvana“: un-unterschiedenes Sein.

Es ist das „Nirvana“ selbst, das in sich schaut. Wozu und warum? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es das kann. Und warum kann es das? Das weiß ich auch nicht.

Der Grund dieser Schau ist mit ebenso ein Rätsel.

Natürlich könnte ich spekulieren. Doch wozu, wenn ich es nicht weiß?

Ich weiß nicht, warum ich bin, nur dass ich das Instrument bin, das die Persönlichkeit als Unterscheidung zeichnet.

Und wer bin ich, als der Zeichner? Keine Ahnung. Ich nehme nur das Bild wahr, das ich zeichne.

Und wer soll das sein, denn ich da zeichne? Angeblich ich selbst. 🙂

Doch über Kunst lässt sich streiten. 🙂

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Am Abend

war ich zu einem Familientreffen eingeladen. Es war sehr nett.

In der Nacht fuhr ich mit dem Fahrrad in frostiger Kälte wieder heim. Am Tag hatte ich einen Fahrradanhänger Brennholz geholt, denn entlang eines Hangs am Dorfeingang werden gerade die Bäume gestutzt und niemand interessiert sich für diese ca. armdicken Äste.

Derzeit ziehe ich wieder am liebsten mit dem Fuchsschwanz los, denn säge ich von Hand, wird mir schneller warm.

Nachdem ich in der Nacht den letzten Beitrag (über das Wesen der Lehre im Thema „Erwachen“) geschrieben hatte, fand ich mich im Traum in einer höllenartigen Welt wieder. Wer mich von vor Jahren kennt, erinnert sich vielleicht, dass mich das Selbst gerne in höllenartige Welten schickt. Eine Hexe wies mir den Weg: „Schöner Jung, da entlang.“ Ein Mann, der schon seit 60 Jahren seinen Weg durch diese Hölle suchte, wurde mein Begleiter: „Als nächstes wird ein Junge erscheinen, den du aber ignorieren sollst. Bisher hat er alle umgebracht. Ignorierst du ihn, geht er einfach weiter und lässt dich in Ruhe.“

Im nächsten Traum zeigte mir das Selbst, wie ich mich durch die Welt bewegen soll: „Voll erleuchtet.“ Das stelle ich mir gerne weit komplizierter vor, als es tatsächlich ist. Tatsächlich ist es primitiv einfach und anspruchslos. Ich ziehe mich einfach auf „das Licht“ zurück, das die Welt „erhellt“, auf mein Sein als Bewusstsein.

Wie das geht, habe ich schon tausendfach umschrieben. Ich und Wirklichkeit verschmelzen dabei zum „absoluten Hier“. Ohne Inhalte nenne ich das die „absolute Präsenz“: der Wimpernschlag der Wahrnehmung, der die Gesamtheit der Raumzeit als sogenannte „Leere“ umgreift. Das „Nichts“ in der Lehre Buddhas.

Hier wird in der indischen Legende Shiva zu Dakshinamurti, der Ur-Guru zum Lehrer des Schülers.

Und das ist im Wesen der einzige Lehrer, den ich empfehlen kann: Menschen als Lehrer machen Menschendinge. Dakshinamurti als Lehrer macht Gurudinge: Sat-Guru-Dinge.

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Was ist die Rolle der Lehre im Thema „Erwachen“?

Lehre ist vergleichbar mit einem Schraubenzieher. Ich verwende ihn, um eine Schraube zu lösen.

Ob nun Advaita, Buddhismus, Mystik (oder andere Richtungen) im Thema: Es sind alles Schraubenzieher.

Anwenden muss ihn jeder Mensch selbst.

Hernach ist er relativ uninteressant, außer ich will ihn weiterreichen, also selber im Thema lehren.

Oftmals wird aber der Schraubenzieher verehrt statt angewendet. Und dabei, gerne über viele Generationen, bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Ich hörte mir einen Vortrag über Buddha an, den ich an sich recht ansprechend fand. Und der Vortragende meinte: Buddha lehrt die Überwindung des persönlichen Bewusstseins.

Ich meinte dann in einer Diskussion, dass diese Interpretation der Lehre Buddhas – meiner Ansicht nach – schon einen grundsätzlichen Fehler enthält:

Es sind die Inhalte des Bewusstseins, die persönlich sind, aber Bewusstsein an sich ist unpersönlich, besser gesagt: transpersönlich.

Die Aussage ist zu missverständlich, vermittelt den Eindruck, es ginge um die Überwindung des Bewusstseins.

Darauf kam der Einwand, im Buddhismus würde gelehrt, dass das Ego das Bewusstsein erzeugt.

Und so zieht ein Missverständnis das andere nach sich. Umgekehrt wird ein Schuh (Schraubenzieher) draus: Das Bewusstsein erzeugt die Persönlichkeit.

Weiterhin hieß es dann in diesem Vortrag: Die Überwindung des persönlichen Bewusstseins resultiert in einer objektiven Weltsicht.

Es gibt keine objektive Weltsicht, wende ich hier ein. Die Wahrnehmung der Welt ist immer subjektiv. Das Objekt ist das Wahrgenommene. Und das Subjekt ist das Wahrnehmende.

Wie sich das wahrnehmende Subjekt in der Selbsterforschung über die Gesamtheit der Raumzeit empfunden ausdehnt (besser gesagt: als über die Gesamtheit der Raumzeit bereits ausgedehnt erkannt wird), entleert es sich in dieser Wirklichkeit von jeder persönlichen Beschränkung, Limitation – und ist im Kontext der Buddhismus dann „Das Nichts“, „die Leere“.

Warum? Bewusstsein ist nicht beschränkt auf eine Persönlichkeit (Körper), durch die es die Welt wahrnimmt.

Bewusstsein erzeugt die Empfindung Ich und ist über die Gesamtheit der Raumzeit ausgedehnt: das das sogenannte „kosmische Ich“. Aber das kosmische Ich ist kein anderes Ich als genau das Ich, das jeder empfindet.

Das kosmische Ich ist im Ichempfinden: „Ich denke, ich schreibe, ich muss aufs Klo.“ genau dasselbe Ich wie das kosmische Ich. Ich glaubt sich nur auch auf diese Persönlichkeit beschränkt.

Warum? Da Ich mich auf die wahrgenommenen Inhalte beschränke. Aber die wahrgenommenen Inhalte erzeugen nicht Ich, noch stecke Ich in einem dieser wahrgenommenen Inhalte fest, die Ich eh nicht festhalten kann.

Ich ist im Wesen „nondual“ und die Selbstempfindung der Wirklichkeit. Es gibt keine zwei Wirklichkeiten. Die Wirklichkeit ist „nondual“. Wo sich die Wirklichkeit aber selbst betrachtet und erlebt, wozu sie einen Körper braucht, erscheint sie sich selbst als „dual“: Ich als Persönlichkeit und Welt.

Das „Ego“ (ein Wort für Ich, das ich persönlich hasse 🙂 ) ist nur der „Trennungsgedanke“: Die Überzeugung des Ich als Persönlichkeit von sich selbst als die eigentliche Wirklichkeit getrennt zu sein.

Aber es ist die Wirklichkeit selbst, die sich als Ich empfindet und um sich in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und zu erleben die Persönlichkeiten erschafft.

Dieses ganze Sortiment der Schraubenzieher dient nur dazu, diesen grundsätzlich Irrtum zu durchschauen: dass ich nicht schon das echte und richtige Ich wäre, egal wie gewandet Ich als Persönlichkeit erscheinen mag.

Das persönliche Gewandt (Körper) liegt gar nicht in meiner persönlichen Macht, sondern unterliegt der Macht des einen wahren Ich, das durch all diese Körper schaut: der Wirklichkeit selbst: Ich.

Buddhas Lehre vom Nicht-Ich dient nur dazu, mich selbst von diesem Irrtum zu extrahieren. Letztlich gibt es nichts anderes als Ich, aber Instrumente, um mir zu erleichtern, meinen eigenen Irrtum zu durchschauen.

Das ist analog wie im Jnana-Yoga, in dem ich mich selbst erst einmal von allem unterscheide (Viveka) was vergänglich ist, um das zu erkennen, was ich ewig (immer) bin. Und dann, geheilt von meinem Irrtum über mich selbst, wieder in meine „Wandelnatur“ (Persönlichkeit-und-Welt-Sein) eintauche.

Aber die Schraube muss ich selber ziehen.

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Wenn ich über die heutige Welt nachdenke,

überfällt mich immer wieder das Gefühl von „Eiseskälte“ und „Horror“.

Ich versuche ja schon, möglichst wenig über die neusten Heldentaten der Heiligen des QAnon: Trump und Putin, zu lesen, aber es bleibt gerne bei guten Vorsätzen.

Und dann frage ich mich: Macht was ihr wollt ihr Menschen, verehrt von mir aus solche Ideale, aber wo ist hier für mich der Notausgang?

„Wie komme ich aus dieser Horrorshow raus?“, und das als rein egoistische Frage. Bekehren will ich niemanden mehr – und empfinde auch nicht, dass ich ein Recht dazu hätte und sich die Welt an meinen Vorstellungen orientieren müsste.

Meditiere ich mehrere Stunden am Tag, empfinde ich zwar eine persönliche Loslösung aus dieser „Horrorshow“ – eine angenehme Distanz – aber lasse ich das, wie dieser Tage, als ich erkältet war, fängt auch mich dieser „Terror der Ignoranz“ wieder ein. Und er berührt mich mit Eisesfingern.

Aber ich bin machtlos, auch gegen diese immer wiederkehrenden Berührungen.

Gruselig, gruselig – und dann nehme ich mir gerne vor, nie mehr etwas zu schreiben, nie mehr etwas zu sagen – schon gar nicht im Thema „spirituelles Erwachen“ – und einfach nur noch zu meditieren.

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Der Heiligenschein

in der sakralen Malerei stellt eigentlich recht treffend dar, wie sich Bewusstsein „anfühlt“.

Wie eine Lichtkugel, die nach allen Seiten in den Raum „horcht“. Hier hat die sich selbst bewusste Aufmerksamkeit noch keine „Richtung“ wie in der Objektwahrnehmung durch die Körpersinne.

Ein ganz stilles Feld klarer Wachheit, keiner angestrengten Wachheit, sondern die natürliche-anstrengungslose Wachheit der sogenannten „Wirklichkeit“.

Gemeinhin empfindet sich der Mensch in seiner Identität als in der Wirklichkeit. Hier empfindet er sich nun selbst und nimmt sich selbst auch als die Wirklichkeit selbst wahr.

Das symbolisiert der Heiligenschein, „heilig“, da aus dieser Selbstwahrnehmung ein wohltuendes Licht auf die Persönlichkeit fällt.

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Die absolute Präsenz fasziniert mich derzeit,

denn das Nichts, das mir bisher dunkel und unbewusst erschien, erscheint mir in dieser Erkenntnis vollständig von Licht durchflutet, als hell leuchtende – ja, in ihrer Gänze als hellwache Leere, als das „leuchtende“ Bewusstsein selbst: Ein bewusstes Wissen des Selbst um sich selbst.

Dazu braucht es jedoch keinerlei anderen Inhalt als das in sich wach ruhende Bewusstsein selbst.

Und das mit dem Verständnis zu durchdringen, als „zu übersetzen“, geht nur als Gestottere, bei dem mir immer wieder etwas neues auffällt, wie, dass weder Tiefschlaf noch Tod wirklich existieren.

Im ursprünglichen Geist existiert nur reines Bewusstsein, das alles, jeden Hauch von Gestalt, auf sich selbst reduziert – als die eigentliche und einzige Wirklichkeit.

Shiva, der Zerstörer. Aber er zerstört nichts. Was sollte er auch das zerstören müssen, was nicht wirklich ist, also nicht absolut wirklich ist? Er muss nur erkennen, dass er im Wesen wirklicher ist als Maya, die Göttin der Illusion.

Erscheint Shiva sich in seinem Nichwissen um sich selbst als das Opfer Mayas, erkennt er sich nun als ihr Vater.

Diese Opfer – Täter – Umkehr ist in dieser Weise gerade „Spirituelles Neuland“ für mich, da ich nun das Licht in dem erkennen kann, was mir bisher dunkel erschien.

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Satori

Die „absolute Präsenz“ zeigt mir nun ab und zu etwas, wie gerade vorhin, dass es den Tiefschlaf gar nicht gibt.

Da musste ich schmunzeln, als ich mich an die alten Diskussionen zurück erinnerte. Und es inspirierte mich zu letztem Beitrag.

Auch im Satori scheine ich in einen bewusstlosen Tiefschlaf „erschlagen“ zu werden. Ich fühlte mich von einem Bewusstseinsblitz erschlagen.

Aber das ist nur die persönliche Erzählung. Der Blitz, an den ich mich vage erinnere ist einfach das erinnerte Aufleuchten der absoluten Präsenz die übrig bleibt.

Die Persönlichkeit erzählt, sie wäre erschlagen worden, aber real blieb ich so wach wie immer – als das wahrnehmenden und nährende Bewusstsein.

Und das ist auch im Tode so. Erschlagen wird der Mensch, aber das Bewusstsein bleibt unberührt dasselbe: „Der ursprüngliche Zustand des Geistes“, wie Milarepa diese Erkenntnis umschreibt.

Das Ich mag sich einbilden, mit der Persönlichkeit zu sterben, aber real ist es so unsterblich wie es ungeboren bleibt.

Das Ich ist so vorsichtig, dass es sich nur „virtuell“ in eine Geburt wagt. So kann ihm in einem absolut wirklichen Sinne nichts passieren, egal wie beeindruckend und auch ekelhaft ein Ereignis sich darstellen mag.

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Wo bin ich/ was ist im Tiefschlaf?

war früher eine beliebte Frage, die ich dann genauer untersuchte, also: genau beobachtete, was beim Einschlafen passiert.

Da im Tiefschlaf die persönliche Wahrnehmung, anders als im Traum, völlig abgeschaltet ist, gibt es keinerlei gespeicherte persönliche Erinnerung zum Tiefschlaf. Und ohne Erinnerung keinen lnhalt: Der Tiefschlaf dauert also, persönlich gesehen, nicht einmal eine Sekunde.

Ich stellte dann fest, dass es zwischen Einschlafen und Aufwachen keine spürbare Unterbrechung im Ich-Empfinden gab, also ich um Tiefschlaf genau derselbe wie im Wachzustand sein muss: Dasselbe Ich.

Aber es ist noch viel einfacher: Es gibt den Tiefschlaf nur aus persönlicher Sicht als Unterbrechung in der Persönlichkeitswahnehmung.

Real existiert der Tiefschlaf gar nicht. Er ist so illusionär, absolut gesehen, wie die Persönlichkeit selbst, betrachte ich ihn aus der absoluten Präsenz.

Dieses Licht selbst wird nie ein- oder ausgeschaltet. Es sind nur die Inhalte der Wahrnehmung, die ein- und ausgeschaltet werden.

Die absolute Präsenz des Ich/ meiner selbst ist im sogenannten Tagesbewusstsein und über alle relativen Zustände bis einschließlich dem Tiefschlaf genau dieselbe.

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