Ramana verglich das Selbst gerne mit einer Leinwand, auf der ein Film abgespielt wird.
Heute könnte ich das Selbst auch mit dem Bildschirm eines PCs vergleichen oder mit einer Matrix, die die Ereignisse simuliert.
Doch jeder Vergleich hinkt. Wie die duale Welt aus dem Selbst, Brahman, hervorgeht, ist unbekannt.
Ich bin, ich ist, im Wesen der Hintergrund zum Ereignis. Mich selbst als diesen Hintergrund zu identifizieren wird „spirituelles Erwachen“ oder Selbsterkenntnis genannt.
In der Mystik wird dieser Hintergrund auch als die Ewigkeit bezeichnet.
Dieser Hintergrund erscheint für sich selbst formlos, dimensionslos, so dass sich nicht sagen lässt, was er ist. Alle Aussagen über ihn können erst in der Form (Persönlichkeit) getroffen werden.
Und da sich die meisten Menschen ausschließlich an der Form definieren (Wer bin ich?), scheint er für sie wie nicht existent zu sein.
„Spirituelles Erwachen“ lässt sich so nicht an der Form festmachen, sondern bezieht sich auf den Hintergrund zu meiner Form, die die Persönlichkeit ist.
Ich habe in der Form kein wirkliches Kriterium für das „spirituelle Erwachen“, denn jede Form geht aus diesem Hintergrund hervor, ist durch ihn getragen.
Jedoch kann ich mich substanziell auf diesen Hintergrund zurückführen (in der Selbstbetrachtung) und feststellen, dass die Form für sich keine wirkliche Substanz hat. Das, was sie als Substanz erscheinen lässt, beruht auf diesem Hintergrund, der formlos ist, aber das einzig wirklich Substanzielle im Ereignis.
Und das erscheint für alle, die Substanz mit Form gleichsetzen, wie ein Widerspruch.
Die eigentliche Substanz des Universums hat keine Form. Auch die Materie hat keine wirkliche Substanz ohne das Selbst, diesen Hintergrund, der ihr den Anschein von Substanz verleiht.
So wird die Wissenschaft vermutlich auch nie ein festes Teilchen der Materie finden, ein „Gottteilchen“, denn die Materie ist für sich, ohne das Selbst, substanzlos.
Dasselbe gilt für das Ich. Die eigentlich Substanz des Ichs steckt nicht in der Persönlichkeit, sondern in diesem Hintergrund, der sie trägt. Die Persönlichkeit ist für sich selbst so substanzlos wie die Materie.
Von diesem Hintergrund, Brahman oder Selbst, wissen wir nur, dass er existiert, aber ich kann keinerlei Aussage treffen: „Warum?“- und was das ist, was ihm Existenz (Substanz) verleiht.
Ich kann ihn zwar als das Selbst, mich selbst, empfinden, da sich dieser Hintergrund selbst spürt, aber ich kann nicht direkt körpersinnlich in ihn hineinschauen, das er im Wesen „nondual“ ist.
Ich kann ihn aber spüren, da ich im ursprünglichen Wesen dieser Hintergrund selbst bin und mich selbst so in der Selbstbetrachtung auf ihn zurückführen.
In ihm bin ich unabhängig von Form (Persönlichkeit) und dimensionslos. Er unterliegt weder der Zeit noch dem Raum, sondern bringt die Raumzeit auf uns unbekannte Weise hervor.
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