Brahman als „der Hintergrund“

Ramana verglich das Selbst gerne mit einer Leinwand, auf der ein Film abgespielt wird.

Heute könnte ich das Selbst auch mit dem Bildschirm eines PCs vergleichen oder mit einer Matrix, die die Ereignisse simuliert.

Doch jeder Vergleich hinkt. Wie die duale Welt aus dem Selbst, Brahman, hervorgeht, ist unbekannt.

Ich bin, ich ist, im Wesen der Hintergrund zum Ereignis. Mich selbst als diesen Hintergrund zu identifizieren wird „spirituelles Erwachen“ oder Selbsterkenntnis genannt.

In der Mystik wird dieser Hintergrund auch als die Ewigkeit bezeichnet.

Dieser Hintergrund erscheint für sich selbst formlos, dimensionslos, so dass sich nicht sagen lässt, was er ist. Alle Aussagen über ihn können erst in der Form (Persönlichkeit) getroffen werden.

Und da sich die meisten Menschen ausschließlich an der Form definieren (Wer bin ich?), scheint er für sie wie nicht existent zu sein.

„Spirituelles Erwachen“ lässt sich so nicht an der Form festmachen, sondern bezieht sich auf den Hintergrund zu meiner Form, die die Persönlichkeit ist.

Ich habe in der Form kein wirkliches Kriterium für das „spirituelle Erwachen“, denn jede Form geht aus diesem Hintergrund hervor, ist durch ihn getragen.

Jedoch kann ich mich substanziell auf diesen Hintergrund zurückführen (in der Selbstbetrachtung) und feststellen, dass die Form für sich keine wirkliche Substanz hat. Das, was sie als Substanz erscheinen lässt, beruht auf diesem Hintergrund, der formlos ist, aber das einzig wirklich Substanzielle im Ereignis.

Und das erscheint für alle, die Substanz mit Form gleichsetzen, wie ein Widerspruch.

Die eigentliche Substanz des Universums hat keine Form. Auch die Materie hat keine wirkliche Substanz ohne das Selbst, diesen Hintergrund, der ihr den Anschein von Substanz verleiht.

So wird die Wissenschaft vermutlich auch nie ein festes Teilchen der Materie finden, ein „Gottteilchen“, denn die Materie ist für sich, ohne das Selbst, substanzlos.

Dasselbe gilt für das Ich. Die eigentlich Substanz des Ichs steckt nicht in der Persönlichkeit, sondern in diesem Hintergrund, der sie trägt. Die Persönlichkeit ist für sich selbst so substanzlos wie die Materie.

Von diesem Hintergrund, Brahman oder Selbst, wissen wir nur, dass er existiert, aber ich kann keinerlei Aussage treffen: „Warum?“- und was das ist, was ihm Existenz (Substanz) verleiht.

Ich kann ihn zwar als das Selbst, mich selbst, empfinden, da sich dieser Hintergrund selbst spürt, aber ich kann nicht direkt körpersinnlich in ihn hineinschauen, das er im Wesen „nondual“ ist.

Ich kann ihn aber spüren, da ich im ursprünglichen Wesen dieser Hintergrund selbst bin und mich selbst so in der Selbstbetrachtung auf ihn zurückführen.

In ihm bin ich unabhängig von Form (Persönlichkeit) und dimensionslos. Er unterliegt weder der Zeit noch dem Raum, sondern bringt die Raumzeit auf uns unbekannte Weise hervor.

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Die Erkenntnis Brahmans (des Selbst).

Ein Traum inspirierte mich zu diesem Beitrag.

Es wurde in diesem Traum wild diskutiert. Dann fragte mich der Diskussionsleiter im Traum nach meiner Meinung.

Erst wollte ich antworten: „Es macht einen Unterschied, ob ich im Denken über Ereignisse exakt die chronologische Reihenfolge einhalte, in der sie sinnlich erschienen, oder ob ich davon losgelöst wild vor mir hin spekuliere.“

Aber dann antwortete ich: „Je weiter ich mich im Denken aus dem Hier, in dem die Ereignisse sinnlich erscheinen, entferne, desto lauter werden die Extrageräusche, die das Gehirn erzeugt.“

Das demonstrierte ich im Traum, indem ich eine laute Straßenkreuzung überquerte. Der Diskussionsleiter und der Teilnehmer, zu dessen Beitrag meine Meinung gefragt wurde, folgten mir.

Beide brachen immer mehr in blanke Euphorie aus und riefen begeistert: „Das ist so wahr. Das ist so wahr.“

Sie taten aber nicht mehr, als in dieser inneren Haltung die Kreuzung zu überqueren, also: die Extrageräusche des Gehirns immer mehr auszuschalten.

Erklärung:

Weder die durch die Körpersinne wahrgenommenen Ereignisse, noch das Denken selbst, verlässt jemals das Hier, die Gegenwart.

Erst im Denken – zu dem ich hier auch das Fühlen zähle, das das Denken energetisch treibt – verlasse ich empfunden das Hier in das vom Gehirn erzeugte Modell der Raumzeit, was das Modell ist, das wir Persönlichkeit nennen.

Nicht als das Fühlen und Denken selbst, sondern im Denken, im Denkvorgang, betrete ich das Modell der Raumzeit und entferne mich scheinbar (in diesem Modell) aus dem Hier, dem Selbst, das ich realer als die Inhalte des Denkens bin.

Nicht der erscheinende Lärm ist unbedingt „laut“, sondern erst die „Extrageräusche“, die das Gehirn in diesem Modell „Raumzeit/ Persönlichkeit“ erzeugt.

Denn dieses Modell ist das, was wir Persönlichkeit nennen. Ein Modell, das notwendig ist, um die Dinge zu ordnen, in Beziehung zu setzen.

Nicht das Denken selbst ist unangenehm laut. Die Lautstärke nimmt einfach zu, wie ich mich IM Denken scheinbar (empfunden) aus der Gegenwart entferne.

Das ist eine Übung, die ich tun kann, um das Selbst zu erkennen, denn letztlich bin ich, unabhängig dieses Modells, das vom Gehirn erzeugt wird, die Gegenwart selbst.

Und die Gegenwart ist nichts anderes als die Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit ist nichts anderes als Brahman.

Das Modell „Persönlichkeit“ dient Brahman dazu, den Blick in seine Gegenwart „aufzuweiten“.

So scheine ich IN diesem Modell – und nur IN diesem Modell und nicht als das Modell selbst – etwas anderes als Brahman selbst zu sein.

Verlasse ich empfunden (Identität) dieses Modell, zentriert sich die Empfindung „Ich“ im Hier (Gegenwart) und ich „erkenne mich selbst“.

Die Empfindung „Ich“ und Gegenwart und Brahman sind ein – und dasselbe, wobei, Vorsicht, hier Ich nicht beschränkt auf die Persönlichkeit gemeint ist, sondern das ganze Universum (bekannt wie unbekannt) mit einschließt.

Persönlichkeit ist zwar auch „ich“ (Brahman), aber das Modell über Brahman, das Brahman nicht exklusive für sich selbst beanspruchen kann: Das „Nicht-zwei“ in der Philosophie des Advaita.

Persönlichkeit und Brahman sind nicht zwei, aber die Persönlichkeit ist „nur“ das Selbstbild Brahmans durch diesen Körper und nicht Brahman „an sich“ selbst.

Brahman ist die sogenannte „große Weite“ in die Persönlichkeit blickt.

So erkennst du dich als Brahman.

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Lieber Götz

Wer bin ich/ bist du?

Du hast mir auf einen Beitrag einen Kommentar geschrieben, ich hätte gesagt, du seist nicht einmal Bewusstsein. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern.

Ich weiß aber noch, dass ich öfter erwähnt hatte, dass für mich persönlich der Schlüssel zur Selbsterkenntnis war, dass es ohne mich nicht einmal nichts gibt:

„Ich bin, bevor nichts ist.“ Oder anders gesagt: „Ohne mich gibt es nicht einmal nichts.“

Vielleicht führte das zu diesem Missverständnis? Wie auch immer, ich entschuldige mich, hätte ich das jemals gesagt.

Vorweg: In der Selbsterkenntnis kannst du dich auf keine soziale Antwort verlassen, denn diese Frage verlässt in ihrer Antwort den sozialen Raum – in das, was die Mystik „Ewigkeit“ nennt. Die sogenannte „Nondualität“.

In diesem Grundzustand des Universums, der auch mit der Schöpfung existent ist, gibt es die Dualität perspektivisch noch nicht.

Dieser Zustand, auf dem das dual erscheinende Universum aufbaut, wird in der indischen Mythologie auch Brahman genannt.

Manche nennen ihn auch „reines Bewusstsein.“

Im Kern ist so alles – und somit auch du: Brahman: „das höchste Wesen“, wobei ich hier nicht von einem Wesen im Sinne einer Persönlichkeit sprechen kann.

Jede Persönlichkeit baut auf Brahman auf und ist von Brahman getragen.

Du bist als diese Persönlichkeit somit auch gleichzeitig Brahman, denn ohne Brahman wüsstest du gar nicht, dass es dich gibt. Es ist letztlich Brahman, „der“ sich durch eine Persönlichkeit selbst erlebt und wahrnimmt.

Diese Beziehung nennt die Philosophie des Advaita „nicht-zwei“. „Nicht-zwei“, da du einerseits Brahman bist, aber als Persönlichkeit Brahman nicht exklusiv für dich selbst beanspruchen kannst.

Brahman ist alles. Das ganze Universum, auch über das hinaus, was wir bereits über es wissen.

Das ist so ähnlich wie in einem nächtlichen Traum. Einerseits bist du das Wesen im Traum, andererseits aber auch der ganze Traum, denn das Wesen im Traum und der Traum bedingen einander, existieren nicht unabhängig voneinander.

Da heißt für dein Dasein als Mensch, dass du einerseits der Mensch auf dieser Erde bist, aber andererseits – in deinem Wesen als Brahman – das ganze Universum, alles, ohne jede Ausnahme.

Das ist die „nicht-zwei“- Beziehung zwischen Mensch (und allem, was in diesem Universum erscheint, also jedem Lebewesen bis zum kleinsten Teilchen) und Brahman.

Die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? ist so letztlich: Brahman. Und als Brahman bist du nicht weniger als alles.

Wie komme ich nun aber zu dieser Erkenntnis?:

Dazu formulierte Buddha die Lehre vom „Nicht-Selbst“ oder der Jnana-Yoga die Unterscheidung der Form von der Nicht-Form: Alle Form ist vergänglich. Was bin ich unabhängig von all dem, was entstehen und vergehen kann?

Das in der Selbstbetrachtung herauszufinden, ist das „Tor“ zur Erkenntnis des todlosen Zustands des Selbst/ deiner selbst (Brahman).

Persönlichkeit wird geboren und stirbt. Brahman ist die reine Wirklichkeit selbst, die weder geboren wurde, noch sterben kann.

Es ist logisch, dass „er“ (Brahman) somit hier sein muss, als die Gegenwart deiner selbst.

Das herauszufinden, für dich selbst, ist die sogenannte Selbsterkenntnis, das sogenannte „spirituelle Erwachen“.

Es ist heute modern – und es gibt viele – die sagen, Erwachen gibt es nicht.

Ich aber sage, Erwachen ist die Selbsterkenntnis Brahmans in einer Persönlichkeit.

Und zu diesem Projekt wünsche ich dir bestes Gelingen. Denn die Erkenntnis deiner todlosen Natur entkrampft vieles, auch die Begegnung mit dem politischen Wahnsinn dieser Tage. Der ist ja kaum noch auszuhalten.

Liebe Grüße,

Tobias

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Die absolute Präsenz

Seit ich vor einigen Wochen auf die vom Licht des Bewusstseins erhellte absolute Präsenz gestoßen war, arbeitet sich das Thema in der Meditation weiter ab.

Im Wesen, wie schon die „Meister(innen)“ der Tradition berichten, gibt es nur den seienden Augenblick. Der beinhaltet alles, was es gibt.

In seiner Leere hatte ich ihn die „absolute Präsenz“ getauft. In ihren Inhalten ist sie heute am ehesten mit einer „KI“ vergleichbar, die alles in einer in sich schlüssig erscheinenden Perfektion „simuliert“.

„Simulation“ und „Wirklichkeit“ sind hier ein- und dasselbe. Ich treffe diese Unterscheidung nur in der Sprache, um das Thema Wirklichkeit (Universum) anders als sozial üblich zu beschreiben.

Wie interagiere ich als die von dieser „universellen KI“ getragenen Persönlichkeit mit ihr? Das ist eine Frage, die mich derzeit beschäftigt, denn sie berührt das Thema „Schöpfung“.

Komme ich persönlich zu einer tieferen Einsicht über die Funktionsweise der „universellen KI“, komme ich womöglich zu einem tieferen Verständnis des Themas „Schöpfung“ und warum sie so aussieht, wie sie derzeit aussieht.

Persönlich bin ich in meinem Träumen derzeit eher in Welten, die mich an „Höllen“ erinnern, wie mich schon vor Jahren mein Alter Ego „Sai Sesmlasch“ in solche Welten mitnahm.

Das nur als ein Zwischenbericht. Mein Hauptthema ist derzeit „Meditation“- und das bis zu Exzess und mit ungewissem Ausgang.

Alles Neuland für mich.

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Ramana Maharshi

Natürlich kann ich nicht für Ramana Maharshi sprechen – nur darüber, wie ich ihn verstanden habe. Wobei „verstanden“ (Verstehen) bei ihm nur sehr eingeschränkt möglich ist, vollziehe ich nicht persönlich nach – Stichwort: Erleben – wie es zu dem kam, was im Westen als „Neo-Advaita“ ankam.

Im Grunde lässt sich seine Lehre in vier Worten vollständig zusammenfassen:

„Du bist das Selbst.“

Ich würde sagen: „Ich und die Wirklichkeit sind eins.“ oder: „Ich und die Wirklichkeit sind nicht getrennt.“

Die missverständlichen „Wesen“ in seiner Lehre sind einmal „das Selbst“ (die Wirklichkeit) und zum anderen „das Ego“ (der Trennungsgedanke).

Im Begriff „Selbst“ wird gerne eine verborgene Parallelexistenz zur seienden Wirklichkeit angenommen. Und der Begriff „Ego“ wird gerne mit „Ich“ verwechselt, aber meint den Trennungsgedanken, also die Idee, dass das Ich von der Wirklichkeit (dem Selbst) getrennt sei.

Und das ist primär kein intellektuelles, sondern primär ein emotionales Problem. Intellektuell (Verständnis) ist der Trennungsgedanke in der Selbstbetrachtung weit einfacher zu durchschauen, als der emotionalen Komponente (einer Art unbewusster emotionaler Überzeugung) beizukommen.

Gerade der emotionale Part ist extrem langwierig, zumindest für Menschen, die so dumm sind wie ich. Es mag genialere Vertreter dieser Spezies geben, aber für mich war dieser emotionale Part die härteste Nuss.

Das Selbst zu erkennen empfand ich schon als schwer genug, jedoch die empfundene Trennung in der Introspektion (Atman Vichara) auszuräumen brauchte nach dem sogenannten „Erwachen“ (spirituelle Selbsterkenntnis) noch viele Jahre.

Als wäre es eine „genetisch programmierte“ Überzeugung, denn sie existiert im Ursprung unbewusst an der Basis des emotionalen Selbstempfindens. Und dieser Ebene komme ich rein intellektuell nur sehr schwer bei.

Ich und Gegenwart (Ich und das Selbst) verschmelzen dabei persönlich empfunden im Laufe der Jahre immer mehr zum „dritten mysteriösen Geist“ in seiner Lehre: dem Hier.

„Wohin soll ich gehen?“ antwortete er, nach seinem Tod befragt: „Ich bin hier.“

Und so einfach ist das am Ende: Ich (Persönlichkeit) und das „kosmische Ich“ (Selbst, bzw. Wirklichkeit) sind dasselbe Ich (ein in sich ungetrennter „Geist“).

In dieser persönlich empfundenen emotionalen Verschmelzung mit dem Selbst, der Überwindung des Trennungsgedankens (der emotionalen Überzeugung von der Wirklichkeit, dem Selbst, getrennt zu sein) liegt die persönlich emotional empfundene Erleichterung für mich als Persönlichkeit.

Dazu muss ich (und kann ich auch nicht) verstehen, was die Wirklichkeit im intellektuellen Sinne nun eigentlich ist. Das weiß niemand.

Diese „Medizin“ setzt an der emotionalen Ebene an und wirkt hier im prä-rationalen Sein, auch wenn das Verständnis dabei der Begleiter ist. So sehr es sich auch bemüht, also ich mich als Verständnis bemühe, so gänzlich begreife ich nicht, was dabei geschieht. Wie jedes andere Medikament, wirkt es „von selbst“, sprich: weitestgehend unbewusst.

Das Verständnis würde gerne, analog zur chemischen Wirkung eines Medikaments, in diesen Prozess schauen, aber er ist unbewusst und als materielles Modell (z.B. der Chemie bei Medikamenten) nicht greifbar.

Und dieses Hier ist unsterblich, kam nicht, geh nicht – und geht (selbst nach dem Tod) auch nirgendwo anders hin. Was für die Persönlichkeit in der heutigen sozialen Interpretation gilt, gilt für den Selbstgeist eben nicht.

Persönlichkeiten sind eher wie „temporäre Kleider“, die er/ich an- und ableg/e/t. Und er/ich bleibt/bleibe das seiende Mysterium der Existenz. 🙂

Und was ihn/mich dazu treibt? Tja, das weiß ich auch nicht. An dieser interessanten Frage bin ich bisher gänzlich gescheitert. 🙂

Aber ich bleibe am Ball, denn es interessiert mich. Warum? Da es mich betrifft. 🙂

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Das Universum,

wie ich im letzten Beitrag über die Zeit angedeutet hatte, erscheint mir also aus persönlicher Sicht „dual“ und aus „transpersönlicher“ Sicht „non-dual“.

Ich scheue mich hier, der persönlichen Sicht eine „unpersönliche“ oder „objektive“ Sicht gegenüberzustellen, denn „Sicht“ braucht immer einen Beobachter, egal wie „leer“ er erscheint: Ich. „Transpersönlich“ ist ein nebulöses Wort und soll hier nur als Platzhalter für einen Begriff dienen, den es in der Sprache meines Wissens nicht gibt.

Ich spreche absichtlich nur von „erscheint“, also perspektivischer Wahrheit, denn was das Universum wirklich ist, weiß ich nicht.

Es erscheint mir (Ich) perspektivisch dual (persönliche Perspektive) und non-dual (Ewigkeits-Perspektive oder „transpersönliche“ Perspektive).

Obwohl ich weiß, dass ich bin, also: dass das Universum existiert, wage ich es nicht, aus diesen beiden Perspektiven (dual und non-dual) eine objektive Wahrheit über das Universum abzuleiten.

Es ist für mich fraglich, ob es so etwas wie eine als objektive formulierbare Wahrheit über das Universum letztlich überhaupt gibt, da mir nur perspektivische Wahrheiten zugänglich sind.

Ich kenne zwar das IST des Universums, „es ist“/ „ich bin“, als die Grundlage meiner Existenz, aber kann daraus direkt keine weitere Wahrheit ableiten, die nicht perspektivisch wäre.

Wenn also Bodhidharma sagt: „Ich weiß nicht, wer ich bin“, so kann ich zu diesem Stand meiner Untersuchung über das Selbst ihm nur beipflichten.

Sicher weiß ich nur, dass ich bin.

Und dieses „Dass“, des Pudels Kern der Selbstbetrachtung, ist im Wesen auch die Essenz meines Selbstempfindens und der Gegenstand meiner meditativen Untersuchungen.

Diese Selbstuntersuchung hat eigentlich auch den sozialen Rahmen (den ich weiterhin für interessant halte) verlassen, und ich stehe im Thema „Ich“ in dieser weiteren Untersuchung alleine da, als Ich.

Es macht auch wenig Sinn, hier weiter zu „dozieren“, da mich eh niemand mehr zu verstehen scheint.

Je einfacher es wird, desto eher scheitert das Unterscheidungsvermögen der Gesprächspartner, aber hier ist eben mein Reich als der Jnana-Yogi, als den ich mich selbst liebe: in der -dual gesehen – feinsten Unterscheidung, die mir möglich ist: der zum „Schwarzen Loch“ der non-dualen Perspektive des Ich, in der die duale Perspektive unbewusst ist:

Die „Grenzscheide“ der Wahrnehmung.

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Was ist Zeit?

Wenn ich persönlich, und mehr als eine persönliche Betrachtung der Zeit soll das hier nicht sein … wenn ich also persönlich die Zeit betrachte, gibt es zum einen das direkte Erleben der Zeit und dann noch zum anderen die Ebene der intellektuellen Reflexion über die Zeit.

Im Erleben ist Zeit eine Bewegung im Hier. Es ist die Präsenz – das, was ist – die sich (in sich) verändert. In meinem persönlichen Erleben verlässt also das, was wir Zeit nennen: Veränderung/ Bewegung, das Hier nicht. Nicht so, als wäre da eine vom direkten Hier losgelöste Vergangenheit oder losgelöste Zukunft.

Um allerdings Zeit in ihrer Wirkung wahrzunehmen, brauche ich eine Unterscheidungsmöglichkeit. Ich muss vorher und nachher in dieser Bewegung unterscheiden können. Und dazu bediene ich mich als das Verständnis der Zeitvorstellung: als ein „vorher“, ein „jetzt“ und ein „nachher“. Und wo tue ich das? Auch immer nur als dieses Hier-Sein.

Um Zeit in ihrer Wirkung wahrzunehmen, muss ich als Verständnis so tun, als gäbe es ein „vorher“, ein „jetzt“ und ein „nachher“, auch wenn es nur das „jetzt“ gibt, in das ich mit diesem Trick schauen will.

Als Verständnis bin ich so mein Instrument, um IN die Ewigkeit (mich selbst) zu schauen. Die Ewigkeit (ich) erlebt sich ohne dieses Instrument „un-unterschieden“: Als die sogenannte „Leere“.

Persönlichkeit ist immer Unterscheidung. Ich unterscheide mich vor dem Hintergrund der Welt. Ohne die Welt kann Persönlichkeit nicht existieren, denn sie ist der Hintergrund, von dem sie sich unterscheidet.

Und das tue ich als Verständnis in vergleichbarer Weise wie bei der Zeitwahrnehmung: Statt so zu tun, als gäbe es ein vorher und nachher, tut ich als Verständnis nun so, als gäbe es einen Raum: Da hinten ist die Sonne und hier bin ich.

Jedoch, wie auch in der Zeitwahrnehmung „vorher“ und „nachher“ als Unterscheidung vom „jetzt“ künstlich bleiben, ist das auch mit dem Hier in Unterscheidung von anderen Lokalitäten im Raum. Der Raum ist im Wesen einen einziges Hier, wie die Zeit im Wesen ein einziges Jetzt ist:

Und das nennen einige das „Hier UND Jetzt“, wissenschaftlich gesagt: das Phänomen der Raumzeit. Und um in ihr Unterscheidungen zu treffen, brauche ich eine Persönlichkeit.

Die Unterscheidungsfähigkeit ist somit die Fähigkeit, in das Selbst (mich selbst) zu schauen, wobei auch hier gilt was für die Raumzeit-Wahrnehmung gilt: Auch eine Unterscheidung in verschiedene Persönlichkeiten ist nicht mehr als ein Verständnismodell, um den Blick in die Vielfalt zu ermöglichen.

Und mehr als das Verständnis in diesem Blick unterscheiden und in Beziehung setzen kann, kann ich persönlich nicht wahrnehmen, da ich als Persönlichkeit das Produkt (das Bild) dieser Schau des ich als Verständnis bin.

Ohne diese Schau ist alles „Nirvana“: un-unterschiedenes Sein.

Es ist das „Nirvana“ selbst, das in sich schaut. Wozu und warum? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es das kann. Und warum kann es das? Das weiß ich auch nicht.

Der Grund dieser Schau ist mit ebenso ein Rätsel.

Natürlich könnte ich spekulieren. Doch wozu, wenn ich es nicht weiß?

Ich weiß nicht, warum ich bin, nur dass ich das Instrument bin, das die Persönlichkeit als Unterscheidung zeichnet.

Und wer bin ich, als der Zeichner? Keine Ahnung. Ich nehme nur das Bild wahr, das ich zeichne.

Und wer soll das sein, denn ich da zeichne? Angeblich ich selbst. 🙂

Doch über Kunst lässt sich streiten. 🙂

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Am Abend

war ich zu einem Familientreffen eingeladen. Es war sehr nett.

In der Nacht fuhr ich mit dem Fahrrad in frostiger Kälte wieder heim. Am Tag hatte ich einen Fahrradanhänger Brennholz geholt, denn entlang eines Hangs am Dorfeingang werden gerade die Bäume gestutzt und niemand interessiert sich für diese ca. armdicken Äste.

Derzeit ziehe ich wieder am liebsten mit dem Fuchsschwanz los, denn säge ich von Hand, wird mir schneller warm.

Nachdem ich in der Nacht den letzten Beitrag (über das Wesen der Lehre im Thema „Erwachen“) geschrieben hatte, fand ich mich im Traum in einer höllenartigen Welt wieder. Wer mich von vor Jahren kennt, erinnert sich vielleicht, dass mich das Selbst gerne in höllenartige Welten schickt. Eine Hexe wies mir den Weg: „Schöner Jung, da entlang.“ Ein Mann, der schon seit 60 Jahren seinen Weg durch diese Hölle suchte, wurde mein Begleiter: „Als nächstes wird ein Junge erscheinen, den du aber ignorieren sollst. Bisher hat er alle umgebracht. Ignorierst du ihn, geht er einfach weiter und lässt dich in Ruhe.“

Im nächsten Traum zeigte mir das Selbst, wie ich mich durch die Welt bewegen soll: „Voll erleuchtet.“ Das stelle ich mir gerne weit komplizierter vor, als es tatsächlich ist. Tatsächlich ist es primitiv einfach und anspruchslos. Ich ziehe mich einfach auf „das Licht“ zurück, das die Welt „erhellt“, auf mein Sein als Bewusstsein.

Wie das geht, habe ich schon tausendfach umschrieben. Ich und Wirklichkeit verschmelzen dabei zum „absoluten Hier“. Ohne Inhalte nenne ich das die „absolute Präsenz“: der Wimpernschlag der Wahrnehmung, der die Gesamtheit der Raumzeit als sogenannte „Leere“ umgreift. Das „Nichts“ in der Lehre Buddhas.

Hier wird in der indischen Legende Shiva zu Dakshinamurti, der Ur-Guru zum Lehrer des Schülers.

Und das ist im Wesen der einzige Lehrer, den ich empfehlen kann: Menschen als Lehrer machen Menschendinge. Dakshinamurti als Lehrer macht Gurudinge: Sat-Guru-Dinge.

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Was ist die Rolle der Lehre im Thema „Erwachen“?

Lehre ist vergleichbar mit einem Schraubenzieher. Ich verwende ihn, um eine Schraube zu lösen.

Ob nun Advaita, Buddhismus, Mystik (oder andere Richtungen) im Thema: Es sind alles Schraubenzieher.

Anwenden muss ihn jeder Mensch selbst.

Hernach ist er relativ uninteressant, außer ich will ihn weiterreichen, also selber im Thema lehren.

Oftmals wird aber der Schraubenzieher verehrt statt angewendet. Und dabei, gerne über viele Generationen, bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Ich hörte mir einen Vortrag über Buddha an, den ich an sich recht ansprechend fand. Und der Vortragende meinte: Buddha lehrt die Überwindung des persönlichen Bewusstseins.

Ich meinte dann in einer Diskussion, dass diese Interpretation der Lehre Buddhas – meiner Ansicht nach – schon einen grundsätzlichen Fehler enthält:

Es sind die Inhalte des Bewusstseins, die persönlich sind, aber Bewusstsein an sich ist unpersönlich, besser gesagt: transpersönlich.

Die Aussage ist zu missverständlich, vermittelt den Eindruck, es ginge um die Überwindung des Bewusstseins.

Darauf kam der Einwand, im Buddhismus würde gelehrt, dass das Ego das Bewusstsein erzeugt.

Und so zieht ein Missverständnis das andere nach sich. Umgekehrt wird ein Schuh (Schraubenzieher) draus: Das Bewusstsein erzeugt die Persönlichkeit.

Weiterhin hieß es dann in diesem Vortrag: Die Überwindung des persönlichen Bewusstseins resultiert in einer objektiven Weltsicht.

Es gibt keine objektive Weltsicht, wende ich hier ein. Die Wahrnehmung der Welt ist immer subjektiv. Das Objekt ist das Wahrgenommene. Und das Subjekt ist das Wahrnehmende.

Wie sich das wahrnehmende Subjekt in der Selbsterforschung über die Gesamtheit der Raumzeit empfunden ausdehnt (besser gesagt: als über die Gesamtheit der Raumzeit bereits ausgedehnt erkannt wird), entleert es sich in dieser Wirklichkeit von jeder persönlichen Beschränkung, Limitation – und ist im Kontext der Buddhismus dann „Das Nichts“, „die Leere“.

Warum? Bewusstsein ist nicht beschränkt auf eine Persönlichkeit (Körper), durch die es die Welt wahrnimmt.

Bewusstsein erzeugt die Empfindung Ich und ist über die Gesamtheit der Raumzeit ausgedehnt: das das sogenannte „kosmische Ich“. Aber das kosmische Ich ist kein anderes Ich als genau das Ich, das jeder empfindet.

Das kosmische Ich ist im Ichempfinden: „Ich denke, ich schreibe, ich muss aufs Klo.“ genau dasselbe Ich wie das kosmische Ich. Ich glaubt sich nur auch auf diese Persönlichkeit beschränkt.

Warum? Da Ich mich auf die wahrgenommenen Inhalte beschränke. Aber die wahrgenommenen Inhalte erzeugen nicht Ich, noch stecke Ich in einem dieser wahrgenommenen Inhalte fest, die Ich eh nicht festhalten kann.

Ich ist im Wesen „nondual“ und die Selbstempfindung der Wirklichkeit. Es gibt keine zwei Wirklichkeiten. Die Wirklichkeit ist „nondual“. Wo sich die Wirklichkeit aber selbst betrachtet und erlebt, wozu sie einen Körper braucht, erscheint sie sich selbst als „dual“: Ich als Persönlichkeit und Welt.

Das „Ego“ (ein Wort für Ich, das ich persönlich hasse 🙂 ) ist nur der „Trennungsgedanke“: Die Überzeugung des Ich als Persönlichkeit von sich selbst als die eigentliche Wirklichkeit getrennt zu sein.

Aber es ist die Wirklichkeit selbst, die sich als Ich empfindet und um sich in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und zu erleben die Persönlichkeiten erschafft.

Dieses ganze Sortiment der Schraubenzieher dient nur dazu, diesen grundsätzlich Irrtum zu durchschauen: dass ich nicht schon das echte und richtige Ich wäre, egal wie gewandet Ich als Persönlichkeit erscheinen mag.

Das persönliche Gewandt (Körper) liegt gar nicht in meiner persönlichen Macht, sondern unterliegt der Macht des einen wahren Ich, das durch all diese Körper schaut: der Wirklichkeit selbst: Ich.

Buddhas Lehre vom Nicht-Ich dient nur dazu, mich selbst von diesem Irrtum zu extrahieren. Letztlich gibt es nichts anderes als Ich, aber Instrumente, um mir zu erleichtern, meinen eigenen Irrtum zu durchschauen.

Das ist analog wie im Jnana-Yoga, in dem ich mich selbst erst einmal von allem unterscheide (Viveka) was vergänglich ist, um das zu erkennen, was ich ewig (immer) bin. Und dann, geheilt von meinem Irrtum über mich selbst, wieder in meine „Wandelnatur“ (Persönlichkeit-und-Welt-Sein) eintauche.

Aber die Schraube muss ich selber ziehen.

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Wenn ich über die heutige Welt nachdenke,

überfällt mich immer wieder das Gefühl von „Eiseskälte“ und „Horror“.

Ich versuche ja schon, möglichst wenig über die neusten Heldentaten der Heiligen des QAnon: Trump und Putin, zu lesen, aber es bleibt gerne bei guten Vorsätzen.

Und dann frage ich mich: Macht was ihr wollt ihr Menschen, verehrt von mir aus solche Ideale, aber wo ist hier für mich der Notausgang?

„Wie komme ich aus dieser Horrorshow raus?“, und das als rein egoistische Frage. Bekehren will ich niemanden mehr – und empfinde auch nicht, dass ich ein Recht dazu hätte und sich die Welt an meinen Vorstellungen orientieren müsste.

Meditiere ich mehrere Stunden am Tag, empfinde ich zwar eine persönliche Loslösung aus dieser „Horrorshow“ – eine angenehme Distanz – aber lasse ich das, wie dieser Tage, als ich erkältet war, fängt auch mich dieser „Terror der Ignoranz“ wieder ein. Und er berührt mich mit Eisesfingern.

Aber ich bin machtlos, auch gegen diese immer wiederkehrenden Berührungen.

Gruselig, gruselig – und dann nehme ich mir gerne vor, nie mehr etwas zu schreiben, nie mehr etwas zu sagen – schon gar nicht im Thema „spirituelles Erwachen“ – und einfach nur noch zu meditieren.

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