Teil 4: Die Hinterfragung des Willens
Der Mensch will so viel, aber scheitert gerne daran, seinen eigenen Willen zu hinterfragen.
Der Magier ist der „Macher“, der will, und die Welt nach seinem Willen mitgestalten will.
Brauche ich überhaupt all das, was ich will? Was will ich überhaupt?
Die einen reden von einem freien Willen, die anderen davon, dass es gar keinen eigenen Willen gibt.
Und beide haben Recht. Es hängt davon ab, aus welcher Perspektive ich auf dieses Ereignis blicke.
Die von einem freien Willen sprechen haben recht, da es nur das Selbst gibt. Da es also nichts gibt, was dem Selbst Vorschriften machen könnte, außer das Selbst sich selbst, ist es völlig frei darin, sich selbst zu sein. Alles ist sein freier (ungebundener) Wille.
Die von keinem eigenen Willen sprechen haben aus demselben Grunde recht. Wenn es nur das Selbst gibt, gibt es in ihm keinen getrennten Willen in welcher persönlichen Instanz auch immer. Keinen eigenen (getrennten) Willen im persönlichen Sinne
Beide haben also aus demselben Grunde Recht. Völlig frei UND völlig eingebunden (ungetrennt).
Wollte ich ein Buch über Magie schreiben, wäre der zweite Übungsblock die Hinterfragung des Themas Willen. Sie stellt sogar infrage, ob ich Magie überhaupt brauche.
Es gilt hier, sich selbst beide Perspektiven zu erarbeiten, was heißt sinnlich ihr Wahrheit zu spüren, ihre physikalische Realität zu spüren.
„Erkenne dich selbst“ ist ein Motto der Magie. Und nehme ich das ernst, muss ich mich selbst hinterfragen.
„Ist der Wille nun frei oder nicht?“ Ich muss sie mir selbst in Introspektion beantworten.
Bei dieser Introspektion werde ich immer auf Paradoxe stoßen.
In einem Paradox renne ich mir als Verständnis an mir selbst den Kopf ein.
Ein erscheinender Widerspruch, auf den ich mir keinen aufklärenden Reim machen kann.
Um mich selbst beeinflussen zu können, muss ich erst einmal wissen, wie ich wirklich „ticke“.
Und hier bilde ich mir gerne viel ein.
Der Magier will zwar, aber er ist auch faul. Es will sich dazu möglichst wenig anstrengen müssen. Ein Zauberspruch muss reichen.
Aber um faul leben zu können, muss ich ja erst einmal wissen, wie ich so effektiv funktioniere, dass ich weitgehend anstrengungslos befriedigt durchs Ereignis gleite.
So ist nicht nur das paradoxe Wesen des Willen hinterfragenswert, sondern auch, ob all das, was ich will wirklich wollenswert ist, also mich wirklich befriedigt.
Und „befriedigt“ kommt von Friede. Wie komme ich in Frieden mit mir selbst?
Indem ich mir alle meine Wünsche befriedige?
Indem ich mein Wünschen erst einmal hinterfrage?
Oft sieht die Lösung ganz anders aus, als ich sie mir erwünsche, ja, überhaupt erwünschen könnte.
Der eigentlich Magier ist persönlich unsichtbar.
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