Am 3. Oktober

hatten wir immer noch einen sonnigen Sommertag mit 25° C.

Das ist der ungewöhnlichste Sommer, den ich hier jemals erlebt hatte.

Ende Mai die erste Hitzewelle mit über 30° C. Die extremste Welle war Ende Juni mit 40° C hier im Dorf. Extrem, da es nachts kaum abkühlte. Erst im Morgengrauen war es draußen etwas kühler als im Haus.

Noch extremer ist die Trockenheit. Inzwischen gibt mein Brunnen kaum noch Wasser, alle Teiche trocknen aus.

Da ich sonst empfunden fast das ganze Jahr auf dem Fahrrad friere, ich radle ja auch über den Winter, genoss ich dieses Sommer. Ich kam mit vor wie im Urlaub.

Jedoch, die Hitzepeaks machten mir auch zu schaffen.

Obwohl ich persönlich so den Sommer meist als sehr angenehm empfand, sehe ich die katastrophale Entwicklungsrichtung, die der anthropogene Klimawandel die letzten Jahre eingeschlagen hat. Für die Natur hier ist es eine Katastrophe.

Vermutlich ist sogar ein Großteil meiner Vögel gestorben. Zudem sah ich auffallend viel tote Maulwürfe auf den Straßen. Vom Schwanenpaar im Teich mit den 5 Jungen lebt nur noch ein Jungvogel. Alle anderen sind gestorben.

Und die Tiefenentwässerung der Böden sorgt nicht nur für Schäden, Setzungen, an vielen Gebäuden, auch das Wurzelwerk der Bäume leidet und damit ihre Standfestigkeit.

Es ist also verfrüht, Bilanz zu ziehen, denn es gab sicher mehr Tote, auch unter uns Menschen, als bisher ins soziale Bewusstsein rückt.

Und was vor Jahren undenkbar war: Viele Mitmenschen kaufen sich nun eine Klimaanlage.

Aber die Vision der Politik reicht derzeit nur bis zu einem Spritpreisdeckel. Das finde ich erschreckend, denn wir müssten eigentlich radikal handeln, um die Folgen möglichst zu verhindern, die wir sozial nicht mehr schultern können.

So als „links-grün-versiffter Öko“ ist man ja inzwischen ein Feindbild.

Aber ich liebe es. Die Rolle gefällt mir. Sie gefällt mir aber nicht nur, weil sie sehr preiswert ist, ich fühle mich auch körperlich viel fitter als früher.

Ich bin ja noch nicht einmal links, eher „woke“, was heißt, bereit, Rücksicht zu nehmen, ja, auf der Straße sogar einem Käfer auszuweichen. Wohlwollende Rücksichtnahme ist kaum noch modern.

Aber ich verbinde mit meinem Lebensstil keine Mission mehr. Es ist einfach das Leben, das ich selber gerne führe.

Meine persönlichen Vorbilder sind ja eher Menschen wie Milarepa und Ramana Maharshi. Nicht, dass ich ihr Leben kopieren wollte. Es ist der Geist dahinter.

Der ist genussvoll frei und losgelöst.

Und Loslösung und Eintauchen ist hier dasselbe. Es ist wie ein „all in“ in jedem Augenblick, ohne dass dabei um etwas gehen müsste.

Klare Präsenz, Losgelöstheit vom, und völlige Einheit mit, dem Ereignis vermählen sich zu einem tiefen Frieden.

Was sich selbst nicht vergleichen muss, um sich selbst zu sein, ist frei. Und ohne wirkliches Vorbild.

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