In meiner Jugend

wunderte ich mich bei spirituellen Aussagen immer, woher der das weiß, lernte sie auswendig, vergaß sie dann wieder.

Woher weiß der das?

Das ist nicht einmal ein Wissen, das ich auswendig lernen kann, da es Worte nutzt, ohne in ihnen eine feste Gestalt zu haben.

„Spirituelles Wissen“ ist die Schau aus einer anderen Perspektive auf das Ereignis. Aus der Perspektive des Bewusstseins.

Es ist ein „sinnliches, nicht materielles Wissen“, das mit „Bewusstsein-Sein“ verbunden ist. Wo ich Bewusstsein bin, ist auch dieses „Wissen“, das Bewusstsein mit Erscheinung verbindet.

Ich schaue aus dem Nullpunkt des Ich auf das Ereignis. Der Nullpunkt des Ich ist empfunden ein absolutes Hier, gegen das die Raumzeit wie ein Nebelhauch erscheint. Nichts kann den Absolutheitsanspruch des leeren Hier brechen.

Und wie dieses „Nichts“ erkannt wird, wird es auch als „die Energie“ erkannt. Alles, was wir als „substanzhaft“ empfinden, ist letztlich dieses „Nichts“, das gerne eine unglaubliche Faszination auslöst.

Denn es gibt ein echtes Wunder, etwas, was unerklärlich ist, etwas, was jenseits jeder Vorstellungskraft ist… und von unglaublich befruchtender Potenz. Das, was sichtbar „Nichts“ ist.

Und das Mysterium um uns selbst, um mich selbst, hat die Tiefe eines Ozeans, dessen Grund noch nie jemand gesehen hat.

Und über all den Streit, all diese Nebensächlichkeiten, übersehen wir gerne das seiende Mysterium, und damit auch die Potenz, das Ereignis erfreulich zu befruchten.

Meditation ist auch, zu lernen, in einen Abgrund zu schauen, der unendlich tief ist, ungewusst, nicht versiegelt werden kann, dem ich ausgeliefert bin.

Und das geht am besten von festem Grund aus. Und der einzige feste Grund in diesem Ereignis ist der Urgrund. Und der Urgrund hat aus materieller Sicht keine Substanz. Erst erkenne ich mich als Bewusstsein, erkenne ich auch die eigentliche Substanz, die das Universum substanzhaft erscheinen lässt.

Wo ich mit dem einen Fuß festen Boden betrete, trete ich mit anderen, in der Frage nach meiner wahren Gestalt, ins Leere: offene Weite.

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