Da gestern nicht so warm war,

machte ich eine etwas längere Fahrradtour, etwas über 50 km, und meditierte dabei.

Ich meditiere gerne nachts im Schmetterlingsitz auf dem Sofa, wobei ich in diesen „Beinverrenkungssitzen“ nie gut war.

Und als Kontrast gerne auf dem Fahrrad, in Bewegung.

In beiden Fällen ist das Selbst natürlich gleich, aber Bewegung erzeugt eine interessante Perspektive auf das „was ich temporär bin“ und das „was ich immer bin“.

„Was ich immer bin“ steht völlig still und das Ereignis entfaltete sich in mir, bzw. bewegt sich in mir. Und persönlich bin ich am Strampeln, bergauf, bergab, genieße die Landschaft.

Diesen Kontrast empfinde ich im Erleben als wohltuend. Immer wieder die Perspektive wechseln, mich wieder vom Ereignis einfangen lassen, loslösen,

bis ich diese leere reine Anwesenheit meiner selbst bin.

Der grundsätzliche (ewige) Leib meiner selbst ist die blanke Anwesenheit meiner selbst. In ihm bleibt alles relativ, ohne dauerhafte Substanz als Ausdruck.

Aus ihm bin ich nie wirklich weg gewesen, so brauche ich auch nicht dort ankommen. Egal, wie weit ich relativ weg bin, in der Selbstwahrnehmung, es bleibt vor dem ewigen Leib ohne verbindliche Substanz.

Verbindlich ist sie aber für mich als Persönlichkeit, da ich als sie Teil des Ereignisses Universum bin, an es gebunden, auch an seine persönlichen Distanzen.

Raumzeit ist Ausdruck und Bestandteil des Ereignisses.

Doch wo ich als Ich strahle, bin ich darin nur der leere Leib der Anwesenheit des „unbekannten Gottes“.

„Gott“, als die über mich selbst persönlich hinausgehende Vielfalt, ist zwar anwesend, aber inhaltlich unsichtbar. Sichtbar ist dieses Wesen nur als dich selbst; als diese Persönlichkeit.

Jedoch, als leerer Leib der Anwesenheit Gottes sind „Ich“ als Persönlichkeit und „Ich“ als „Gott“ nur ein Ich.

Und ob nun Gott mich gefressen hätte, oder Ich Gott?

Wer bleibt im „Nicht-Zwei“ von Zweien übrig?

Wo du eins mit DEM Leib bist, der letztlich dein wahrer Leib ist, gab es eben noch nie mehrere Leibe.

Eine Hülle bleibt übrig. Und die ist nicht mal eine Hülle. Etwas unerklärliches. Wie ein Leib, den es nicht gibt. Wie etwas, was alles infrage stellen kann.

Und in ihm ist Ich absolut zentriert, steht still, hat sich nie bewegt, wird sich nicht bewegen, da es Ich ist, das in die Raumzeit blickt.

Und hier ist auch keine wahre Grenze mehr zwischen dem, was ich bin und ich nicht bin.

Wie ich auch persönlich durch die Arena gejagt werde, ich finde es ganz persönlich sehr angenehm, immer wieder diesen leeren Leib zu betrachten, der ich als Wirklichkeit bin.

Völlig leer und völlig ahnungslos, darüber, wer ich bin.

JA, das gibt es. Zu sein und keine Ahnung zu haben, wer man ist.

Wie sich das nennt? Das Selbst. 🙂

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