Bewusstsein zu sein,

nutzt mir auf der materiellen Ebene erst einmal rein gar nichts.

Die mirakulösen Fähigkeiten des Bewusstseins? Im persönlichen Sinne: ein Griff ins Klo.

„Sie werden einmal darüber lachen, wie einfach es ist, das Selbst zu erkennen“, sagte einmal Ramana. Und das hat natürlich auch einen ärgerlichen Aspekt:

„Was muss ich für ein Depp sein, dann so lange an dieser Frage zu nagen?“

Und doch erkenne ich als Mensch nun meinen vermissten Anteil. Von außen betrachtet hetzt die Persönlichkeit durch das Ereignis. Von innen betrachtet bin ich das „lautere Nichts“, das ständig neu die Welt ertastet.

Hier-zu-sein erscheint schwer, betrachte ich Hier-Sein unter dem Aspekt der Raumzeit. Jedoch schließt das eigentliche Hier-Sein die Gesamtheit der Raumzeit ein und löst sich aus dieser Vergleichsmöglichkeit.

Am Ende gibt und gab es nur „Hier-Sein“. Schwierig ist das Thema nur, schaue ich es aus der Perspektive der Materie an. Deren Hier ist eine permanente Mutation. Das Hier bildet den wahrnehmenden Hintergrund.

Den Seher, den ich nicht sehen kann, da er sich wie im Ereignis auflöst, physisch, andererseits in seinem Urzustand verbleibt.

Daher steht die Spekulation im Raum, dass das Selbst eine Art „Matrix“ ist, die eine Welt simuliert. Es gibt etwas völlig Rätselhaftes, was so tun kann, als ob es etwas gäbe.

Das Problem ist, dass es etwas gibt, das es aller Logik nach nicht geben dürfte: das Selbst.

Und was sich hier infrage stellt, und was uns selbst infrage stellt, ist eine unbekannte Kraft, die es eigentlich nicht geben kann, da sie sich selbst in ihrer Wahrheit widerspricht.

Mir als Mensch erscheint so das Selbst in seiner Wahrheit als ein Widerspruch.

Aber wie ist es wirklich? Wie könnte ein Modell des Selbst aussehen, das diese paradoxen Widersprüche als Extrem-Perspektiven auf dieselbe Wahrheit beschreibt? Als würde ich einmal das ganze Universum betrachten und gleichzeitig mit dem Mikroskop einen Menschen auf einem verlorenen Planeten im Gesamtbild.

Die menschliche Persönlichkeit ist ein extremer perspektivischer Zoom, gemessen am „Alles und Nichts“, dem sie der Identität nach entspringt.

Das muss man sich mal vorstellen, wie extrem diese Perspektiven relativ entfernt sind. Aus dem Hintergrund der Raumzeit einen Zoom durch einen Menschen hindurch.

Die große Verständnisfrage beim Bewusstsein ist, dass in ihm, aus seiner Perspektive, nichts von absoluter Substanz vorhanden ist, außer es selbst.

Aber wo es sich dann in seiner Gesamtheit wahrnimmt, ist die einzig wahrnehmbare Qualität des Bewusstseins sein Vorhanden-Sein. Ohne das geringste Wissen, was das ist, was vorhanden ist.

gefällt mir(5)(0)

Schreibe einen Kommentar