Gefühle

Die derzeitige globale Lage erzeugt in mir gerne immer mal wieder einen emotionalen Alpdruck. Ein ekelhaftes Gefühl. Und wer denkt, durch das spirituelles Erwachen würde ich von so etwas geheilt: Vergiss es.

Das sind ein paar Schwafler, die mir einreden wollen, ich könnte mich von mir selbst „freikaufen“. Vor wem?

Worin ich (vielleicht, das hängt auch von meiner Charaktere ab) „besser“ werde, ist darin, es einfach mal anzunehmen, ohne den krampfhaften Drang, das unbedingt ändern zu müssen, der gerne alles nur weiter verkompliziert:

„Fühle ich mich Scheiße, fühle ich mich Scheiße.“ Fertig. Daran ist nichts falsch. Und ich muss auch nicht die coole Sau spielen.

Dieses Annehmen wird in der Spiritualität auch immer wieder thematisiert, aber ein rechtes Rezept dafür gibt es nicht.

Und ich muss auch nicht das Gefühl loswerden, dass ich dieses ekelhafte Gefühl wieder loswerden will. Das kann ich auch einfach annehmen: Die emotionale Krätze und den Wunsch, die emotionale Krätze wieder loszuwerden.

Ich sollte mich nur nicht der Illusion hingeben, dass es dafür Wunderheiler gibt. Natürlich ist das Angebot groß, und gerne teuer, aber warum sollte ich für die Scheiße noch bezahlen? Sie ist gratis, so unbeliebt sie ist.

Und niemand will sie haben. Sie gehört zum Farbenspektrum des Fühlens. Und oft ist es wundersam, in meinen Augen, wie es aus einem Loch nach oben gehen kann, unerklärlich, plötzlich Euphorie. Und wie es, aus einem euphorischen Hoch: „Nun kann mich gar nichts mehr“ abwärts in ein Loch: „Nun wäre ich lieber tot“ gehen kann.


So, nun habe ich die letzten Tage wieder einen Block spiritueller Beiträge geschrieben, obwohl ich mir schwor: „Ich halte nun endgültig die Klappe“(das ist so ähnlich wie mit dem Fühlen), und ich denke, sie beinhalten alles, was das Thema „spirituelle Selbsterkenntnis“ für mich persönlich erleichtern kann, sofern ich diese Erkenntnis überhaupt suche: Notwendig ist sie nicht.

Aber bei diesem gruseligen Wetter fehlt mir jegliche Lust, das Haus zu verlassen.

Gestern wollte Kali Max, meine Henne, raus vor die Türe, jedoch, sie machte gleich kehrt und blieb lieber im geheizten Wohnzimmer: „Gaak, gaak.“ (übersetzt: Scheißwetter).

Wenn ich etwas hasse, dann dieses nasskalte Wetter mit Regen. Eine Qual, bin ich so verfroren wie ich bin.

Dann denke ich mit Schrecken an die Ukraine, wo Millionen ohne Strom und Heizung sind.

Und dann wünsche ich Putin nicht nur die Pest an den Hals: Verrecke Arschloch.

Und auch das ist kein Widerspruch zum spirituellen Erwachen.

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