Theoretisch gesehen

ist „spirituelles Erwachen“ unglaublich einfach. Aber als ich gestern Fehler in meinem Modell suchte, dazu die Vergangenheit rekapitulierte, fiel mir auf, wie chaotisch der damit (bei mir zumindest) verbundene „energetische Prozess“ war.

Und wie ich auch versuchte, diesen Prozess in der Persönlichkeit zu verstehen, er blieb eine Art „Chaos“: Einerseits war jedes mystische Erlebnis (im Nachhinein betrachtet) eine in sich vollständige Erleuchtung, andererseits hatte keines für sich das „spirituelle Erwachen“ gezündet, sondern verpuffte nach seiner spezifischen „Bliss-Phase“ wieder und mündete in einem, symbolisch gesagt: „Gang durch die Hölle.“

Der „Bliss-Part“ ist immer angenehm, aber warum jeder „Bliss-Part“ auch wieder „in die Hölle“ führt (müsste er ja nicht?), hat wohl mit Tiefen in der Struktur der Persönlichkeit zu tun, die wir heute (sozial) noch nicht verstehen.

Die sichtbare Persönlichkeit, als was ich mich persönlich erlebe, baut auf einem unendlich scheinenden Berg unbewusster Persönlichkeitsanteile auf, die evolutionär gesehen viele Millionen, ja Milliarden Jahre alt sind. Und womöglich noch viel älter.

Und dieser Prozess kommt nicht nur aus diesen dunklen Tiefen – und sie bestimmen ihn nicht nur – sie tragen ihn einfach dominant.

„Der Schwanz wedelt mit dem Hund“. Und was ich im persönlichen Erleben wahrnehme, ist nicht viel mehr, als dieser Schwanz, den der Hund (die unbewusste Persönlichkeit) wedelt.

Und was theoretisch so unglaublich einfach erscheint, wird dadurch im energetischen Aspekt schier unergründlich und nicht einmal lehrbar.

Da bleiben nur noch leere Schlagworte, „Schicksal“, „Karma“, „höhere Macht“, die aber auch nur Hüllen für eine Wahrheit sind, die bei Lichte betrachtet einfach: „keine Ahnung“ heißt.

Wir verstehen das Universum heute noch nicht tief genug, um diesen Prozess mit dem Verständnis wirklich greifen und steuern zu können.

Nach so vielen Jahren der Versuche in der Lehre, in denen ich immer wieder scheiterte, muss ich das erst einmal akzeptieren.

Ein Meister, wie z.B. Ramana, wirkt einfach wie ein Licht, und was es in anderen auslöst, weiß es nicht und kann es auch nicht bestimmen. Das ist wie mit der Sonne. Sie scheint, aber was sie dadurch auf der Erde auslöste? Davon hat sie keine Ahnung.

Das ist zwar, aus der Sicht der Didaktik (Lehre), unbefriedigend, denn sie hat keine wirkliche Handhabe, aber andererseits auch (im Sinne von Lehre) unglaublich einfach: „Ich tue nichts, und alles ist getan.“

Nur habe ich persönlich keinerlei Einfluss darauf, was dann passiert. Und mit diesem Mangel der Lehre müssen wir wohl noch einige Zeit leben.

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