Die paradoxe Weltwahrnehmung

zieht sich auch durch das tägliche Leben, indem mir einerseits alles „irgendwie vertraut“ (als wüsste ich, was das alles ist), andererseits völlig rätselhaft erscheint (als könnte nie jemand wissen, was das eigentlich ist).

Das eine scheint mir das genetische, „transpersonale“ Gedächtnis des Körpers zu sein. Der Mensch als Körper weilt ja schon einige Zeit auf diesem Planeten. Dem Körper ist diese Welt weit vertrauter, als die in ihn geborene Persönlichkeit, denn das Verständnis sattelt zwar auf diesem genetischen Gedächtnis auf, ist aber ewig jung, naiv, unwissend: „Der neue Blick auf das Geschehen.“

Untersuche ich mich als das Verständnis genauer, findet es als ewiger junger Geist in der „Begegnung“ von Bewusstsein und Welt statt, als würde sich Bewusstsein eine Körperlichkeit verschaffen, die es eigentlich nicht hat.

Es, was immer es sei, erschafft sich ein Organ (Wesen), mit dem es mit dieser Welt interagieren kann, ohne einen Fettnapf auszulassen.

So findet es in der Körperlichkeit zwar seine eigene Körperlichkeit, aber sie ist nicht verbindlich. Es hat in seiner Körperlichkeit, und damit auch seiner Persönlichkeit, keinen verbindlichen Ausdruck.

Es hat in der Körperlichkeit so seine „wahre Gestalt“, aber es hat die nicht als eine bestimmte Gestalt: „So sieht die perfekte Körperlichkeit des Selbst aus.“

Gott wischt sich die Schweißperlen vom Gesicht: „Es hat zwar ewig gedauert, aber nun bin ich fertig.“

Was ist die wahre Gestalt von etwas, was als Sonne, Mond, Regenwurm, ja, sogar als Huhn, seine wahre Existenz findet? In egal was? Selbst in der Asche meiner gesammelten Werke.

Ich kann zwar das Selbst in seiner Existenz „festhalten“, aber dazu muss ich die Gestalt loslassen. Die Wahrheit des Selbst liegt eben nicht in der Gestalt, einer bestimmten Gestalt, sondern in seiner Existenz.

Und die ist völlig unabhängig davon, was im Leben geschieht.

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