Wenn ich mir vornehme, „nun schreibe ich nie mehr etwas zum Thema Spiritualität“, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich in Kürze wieder sündige.
Nehme ich mir vor, nun lebe ich vegetarisch, komme ich mit einem Berg Würste aus dem Laden zurück. Eigentlich wollte ich Gemüse kaufen?
Nehme ich mir vor, nun rauche ich nicht mehr, stehe ich zwei Stunden später am Kiosk und kaufe Zigarren.
Das einzige Thema, was bei mir funktioniert, ist das, mein Wohlfühlgewicht zu halten. Und das liegt so zwischen 73 und 75 kg.
Wäre ich Arzt, würde ich also Fastenkurse anbieten, woran man viel verdienen kann, da die Bewirtung günstig ausfällt: Täglich ein Brennnesselsüppchen.
Die Prise Salz kostet extra. Gut ist nur, was extrem teuer ist, und bei dem ich trotzdem mit der Lupe auf dem Teller suchen muss.
Der Mensch ist ein Wesen, das sich eine Uhr für 30.000 Euro kauft, obwohl die Zeit von selbst läuft. Und er tut gerne so, da er nun so viel Geld für die Zeit ausgegeben hat, er nun etwas zu sagen hätte – im Angesicht der Zeit.
So gibt es viele Dinge völlig gratis, wie die Zeit, aber ich darf auch so viel dafür bezahlen, wie ich will.
So ist das auch mit der Persönlichkeit. Und Erwachen hat den Vorteil, dass ich auch mit dem zufrieden bin, was ich habe (bin) – potenziell, jeder ist verschieden.
Das Modell, das an den meisten Vorsätzen scheitert, ist gratis. Und nach dem Erwachen wird man gerne faul und ist mit preisgünstigeren Versionen zufrieden.
Und viele angeblichen „Mängel“ sind auf der anderen Seite ein Feature, das Stabilität bringt. Der Mensch ist so irrational, da er rational viel zu unreif ist, als dass das eine wirklich alles tragende Ebene sein könnte.
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