Eine Putzwut

hat mich angefallen. Und ich räume, was ich seit 20 Jahren nicht mehr tat, alle Schubladen aus und sortiere gerade Kleinteile. Und fluche, da ich ständig hin- und herrenne. Es geht mir darum, wieder einen Überblick zu haben, was ich noch verwerten kann. Und vor allem, wo was ist.

Gestern fing ich mit den Nahrungsmitteln an, was wann abläuft, Restbestände aus der Pandemie, um eine Idee zu gewinnen, wie ich alles verbrauche. Und stellte fast, dass mir und den Hühnern das Futter zur Not bis in den nächsten Frühling reicht.

Heute ist angenehm, aber die Wettermodelle basteln an einer endlosen Hitzewelle. Und in 10 Tagen soll es dann 37° C haben. Wenn die so kommt, zerfällt hier alles zu Staub. Mais und Sonnenblumen sehen, ich bin zwar nur Laie, übel aus. Und die Bauern verfüttern bereits das Heu für den Winter, da die Weiden inzwischen braune Steppen sind.

Ich traue dem Braten (im wahrsten Sinne 🙂 ) nicht und rechne im Winter nicht nur mit einer Energiekrise, sondern auch einer Nahrungsmittelkrise. Daher will ich derzeit auch wissen, wo was ist, von Kerzen bis Streichhölzern.

Die einzige Gemüsepflanze, die sich bei mir als recht robust erwies, ist die Melde. Und mit der werde ich, komme ich heute noch dazu, die beiden Beete bepflanzen, auf denen die Zwiebeln und Kräuter eingegangen sind. Die Melde ist eine Art wilder Spinat, seit der Steinzeit als Nahrungsmittel genutzt, und, so sehe ich derzeit, sehr genügsam.

Wir steuern derzeit auf eine Rekorddürre zu. Und das in einer globalen Lage, in der wir sie wenig brauchen können. Und die Wettermodelle sehen keine durchgreifende Änderung der Großwetterlage bis zum Ende der Modellberechnungen.

Daher nutze ich die Abkühlung heute und morgen, um im Haus den Besen zu schwingen, alles zu ordnen, denn ich habe im Winter keine Lust, mich um irgendetwas zu balgen, sei es Sprit, seien es Nudeln.

Das scheint alles viel schneller zu kommen, als ich erwartete, jedoch, die Zukunft kenne ich auch nicht. Es riecht derzeit einfach ziemlich angebrannt.

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