und es regnete sogar etwas.
Jean-Louis war hier. Der hatte sich seit Mitte Juli in seinem Haus verschanzt und nur morgens die Fenster geöffnet, um etwas Kühle ins Haus zu lassen. Nur keinen Schritt vor die Türe.
Für manche Mitmenschen ist die Hitze eine Qual. Und die Küken sahen zum ersten Mal Regen.
Da das Huhn aus den Tropen kommt, verschleppt aus seiner Heimat, denken die Küken wohl noch, das sei eben das, was schon seit Jahrmillionen ihr Lebensraum ist: die Tropen. Genetisch gesehen wurden sie auch erst kürzlich verschleppt, wie sich der Mensch erst kürzlich verirrte.
In der Wärme verlor er sein Fell. Und als er sich in die Kälte verirrte, den Rückweg vergessen hatte, stand er im wahrsten Sinne nackt da.
Es erstaunt mich immer wieder, was wie viel weniger Kelvin Durchschnittstemperatur ausmachen. Von der letzten Eiszeit, als hier sich nördlich die Gletscher türmten und eisigen Winde durch eine Steppe bliesen, sind es nur ca. 6 Kelvin.
Und von prähistorisch fast alles Leben vernichtenden Erderwärmungen trennen uns ca. 8 Kelvin plus.
Ein Grad Kelvin mehr, im Mittel, klingt für sich gesehen wenig. Aber wenn ich bedenke, dass uns, global gesehen, nur ca. 10 Kelvin davon trennen, ein tiefgefrorenes Huhn zu sein und nach oben davon als Brathähnchen zu enden, sieht das schon anders aus.
(5)
(0)