Hingabe

Hingabe ist sozial gerne ein missverständliches Thema, da vermutet wird, mit Hingabe sei eine richtige oder falsche Denkweise bzw. Handlungsweise verbunden. Was halb unbewusst (emotional) den Eindruck nährt: „Wenn ich mich nur richtig verhalte, das richtige denke, bzw. nicht denke, wäre ich „hingegeben.“ „

Wenn sich jemand auf die ihm erscheinende Persönlichkeit beschränkt (glaubt), wäre das auch eine logische Schlussfolgerung, nur geht sie von einer falschen Grundannahme aus: „Ich bin nur diese Persönlichkeit.“

Logik kommt auch nur zu treffenden Ergebnissen, taugen die Grundannahmen etwas, aus denen sie eine „Wahrheit“ ableitet. Ich schweife ab…

aber sage gleich: „Hingabe hat nichts damit zu tun, was ich gerade tue oder lasse.“ Es ist viel mehr meine Teilnahme daran. Und ich sage auch gleich „meine“, denn das Ich ist involviert. 🙂

Wenn sie im Wesen weder die „richtige“ Denkweise noch die „richtige“ Handlung ist, was ist sie dann?

Die erste „Lehranweisung“, die Ramana jemals gab, lautete (die Frage war, wie ich ein Mantra „richtig“ anwende): „Richte deine Aufmerksamkeit auf das, woraus der Laut des Mantra erwächst.“

Und hier entsteht sozial auch gerne der Eindruck, dieses „das“ sei irgendwo weit weg oder tief innen verborgen, aber es ist genau hier, ganz an der „Oberfläche.“

Wie das Gefühl, getrennt zu sein erodiert, verschmelzen „Ich“ und „Realität“ ( als Träger von Persönlichkeit und Welt) zu einem Hintergrund: „Das.“

Und dieser Hintergrund, der auch „Ich“ genannt wird, ist „die Quelle“ des Lautes des Mantra. Das Mantra selbst spielt dabei gar keine Rolle, das kann lauten, wie es will. Und ich kann auch einen visuellen Eindruck wählen, zum Beispiel den Bildschirm, um meine Aufmerksamkeit auf „Das“ zu richten, in dem dieser Bildschirm erscheint. Interessant ist dabei nicht, was erscheint, sondern worin es erscheint: „Das.“ 🙂

Jedoch, was hat das, bzw. „Das“, mit Hingabe zu tun?

Je mehr ich meine Aufmerksamkeit auf „Das“ (mich selbst) richte, desto mehr verlagert sich Identität auch in diesen „Hintergrund“, denn ich berühre dabei auch immer „die Quelle“ des Ich-Empfindens. Sie erwachsen (oder stehen) „beide“ im selben Hintergrund, der eigentlich „Ich“ ist. 🙂

Ich ist zwar sichtbar auf Persönlichkeit begrenzt, aber füllt unsichtbar alles aus, also den ganzen Hintergrund, auch ohne, dass ich dadurch von diesem Ereignis persönlich mehr beanspruchen müsste oder könnte, als ich tue oder lasse.“

Hingabe ist so auch keine Anstrengung, auch erscheint sie erst einmal persönlich anstrengend zu sein.

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