In der Nacht wachte ich auf.

Wieder träumte ich von winzigen Küken.

Dann las ich einen Artikel auf „Die Zeit“ („Der nackte Mann am Fenster“), der mich berührte und den ich kommentierte:

— Kommentar

Berührend und beängstigend, kenne ich den Abgrund, als den das Leben hinter unserem sozialen Wissen erscheinen kann, in dem nichts mehr Halt zu geben scheint.

Ja, hinter unserem Wissen wissen wir bis heute nicht, was das Leben, das Universum, noch wer wir selber eigentlich sind.

Geboren, ohne es bestellt zu haben (wie auch, bin ich dann persönlich noch nicht?), gelebt zu werden, ohne wirkliche Macht darüber zu haben, was vielen gar nicht auffällt. Substanzielle Ohnmacht vor unserer eigenen Natur, ohne sie wirklich mit Wissen durchdringen zu können.

So viele offene Fragen, auf die wir sozial nur Placebos als Antworten haben. Keine, die wirklich Halt gibt.

Das Loch in der Frage nach uns selbst, das wir nicht stopfen können, so sehr wir es versuchen. Und aus dieser Perspektive kann das Leben wie eine Horrorveranstaltung erscheinen, die eigentliche Hölle.

Viele Worte, ich weiß trotzdem keine Antwort, als mit diesem Abgrund für das Verständnis leben zu müssen.

Wer bin ich? Eine Antwort, als Bewusstsein klar, hier und leer – aber in der Welt ohne verlässlichen Grund. Ohnmacht.

Ich wünsche ihnen alle Gute, eine berührend schöne und zutiefst verstörende Schilderung, vor der meine guten Wünsche so hilflos erscheinen. Und diese Ohnmacht schmerzt.

— Kommentar Ende

Und weiter sind wir noch nicht… hinter all unseren schönen und gruseligen Geschichten über uns selbst.

Wer das jemals auflösen könnte, den Urschmerz zu heilen, darf ein Buddha genannt werden. Aber es gibt ihn nicht.

Er steht für die Sehnsucht nach Erlösung, was selbst die Neonationalisten suchen: Wie ein Ruf in einen antwortlosen Raum. Eine Ursehnsucht des Menschen, der wie ausgestoßen auf einem Planeten durch das All fliegt.

Aus dieser Perspektive kann das Leben wie eine Verdammnis erscheinen.

Und ob dieser Urschmerz, der ähnlich permanenter Zahnschmerzen im Hintergrund steht, jemals heilbar ist?

Was hier passiert ist nicht weniger als eine riesige Tragödie, der alle mehr oder weniger hilflos begegnen und deren Ursache unbekannt ist.

Erwachen macht ihn vielleicht (jeder Mensch ist anders) erträglicher, aber auch ich sehe keine, die/ der ihn heilen oder erklären könnte.

Er verstümmelt ein an sich liebes und sensibles Wesen und lässt uns als Monster durchs Dasein schreiten, da uns alle dieses Leid, ließen wir es zu, zermalmen würde.

Wer dafür eine Lösung findet… jenseits der Placebos… ein Traum, ein uralter Traum, lange aus der Zeit vor Buddha… erst die oder der wird nachhaltig die Welt verändern.

Und womöglich bleibt es ein Traum.

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