Die Lehre vom Nicht-Selbst.

Gestern war ich mit dem Fahrrad Einkaufen, was die übliche Runde von 30 km war. Zu Hause angekommen, war per E-Mail die Nachricht meiner französischen Rentenversicherung eingetroffen, dass mein Antrag vollständig wäre. Ich gehe diesen Monat in Rente und stellte vorgestern meinen Antrag.

Im Traum traf ich drei indische Jungen, die an einer Bushaltestelle auf den Schulbus warteten. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch, und zum Abschied erzählte ich einem der Jungen die Lehre vom Nicht-Selbst: „Vergiss alles, was du nicht beeinflussen kannst. Kümmere dich nur um das, was du beeinflussen kannst.“

Und wie ich aufwachte, mich an diesen Traum erinnerte, fiel mir auf, dass ich die Lehre vom Nicht-Selbst auch sehr nuanciert betrachten kann:

„Was kann ich tun?“ und: „Was kann ich nicht tun?“

Im Selbst ist die Einflusssphäre der Persönlichkeit nicht klar definierbar, da es zum Selbst kein „echtes“ Gegenüber gibt, nur ein relatives Gegenüber.

Persönlichkeit und Welt sind nicht wirklich getrennt. Diese relative Interaktion ist somit „höhere Macht“, etwas, was alle Instanzen umfasst.

Und es erscheint mir naheliegend anzunehmen, dass darin die bewusste Persönlichkeit eine Rolle hat, die über ein: „Ich kann nichts tun“ hinausgeht.

Aber worin liegt sie und wie groß ist sie?

Sozial überschätzen wir sie heute meist (Stichwort: Freier Wille). Spirituell unterschätzen wir sie heute meist (Stichwort: Du kannst nichts tun.)

Beides trifft in meinen Augen nicht, denn beide setzen eine Trennung voraus und damit auch eine Trennung in der Macht des Selbst.

Jedoch, die Macht des Selbst wirkt über alle Instanzen, ohne dass darin wirklich etwas „reines Opfer“ oder „reiner Täter“ wäre.

Persönlichkeit ist somit nicht nur Ausdruck sondern auch Instrument dieser „Macht“, so klein ihre relative Einflusssphäre sein mag.

Ich vergleiche sie gerne mit dem Gravitationsfeld um einen Planeten. Im „Großen“ spielt es kaum ein Rolle, im „Kleinen“ bestimmt es fast alles.

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