Auf der Suche nach etwas, das nie passiert ist.

Es ist nun zwar kühler, aber hatte heute trotzdem 30° C . Der Morgen war frisch, mir fast zu frisch auf dem Fahrrad.

Inzwischen sind die Wiesen verdorrt. Das Wetter erinnert mich an die Sommerurlaube als Kind in Griechenland. Das Haus kühlt nachts kaum noch aus. Indienfeeling.

Ich hatte einen beeindruckenden Traum:

Ich war auf einer Veranstaltung in Freiburg. Und wie sie beendet war, wollte ich zu meinem Auto und heimfahren. Jedoch konnte ich mich nicht mehr erinnern, wo ich es geparkt hatte.

Weit konnte es nicht sein, denn ich konnte mich noch an einen Zwischenstopp auf der Fahrt in die Stadt erinnern. Ein Parkhaus hatte ich nicht angefahren und ein vage Richtung, in der es stehen müsste, war noch in meiner Erinnerung.

So lief ich los, kam in immer seltsamere Gegenden und dachte mir: Das kann doch nicht sein, dass ich mich nicht erinnere, wo ich geparkt hatte? Sicher fällt es mir gleich wieder ein. Und ich fragte mich: Werde ich nun dement wie John Sherman, der einmal davon erzählt hatte, dass er sein Auto in der Stadt nicht mehr fand?

So ging ich weiter. Und dann fiel mir ein, dass ich ja eigentlich in Farincourt bin, was ich aber gleich wieder verwarf, da es sich so vollkommen echt anfühlte, in Freiburg auf der Suche nach meinem Auto zu sein.

Aber eigentlich bin ich doch in Farincourt? Doch war der Traum so echt, dass ich das mehrmals verwarf: Ich muss erst mein Auto finden, um wieder heim zu fahren.

Dann wachte ich auf: Es war nur ein Traum gewesen. Und ich konnte mich nicht erinnern, wo ich das Auto abgestellt hatte, da ich gar nicht mit dem Auto gekommen war. Der Traum meinte, ich sei mit dem Auto gekommen, aber ich war einfach nur in den Traum gefallen.

Bevor ich eingeschlafen war, hatte ich über die Unendlichkeit des Ich nachgedacht. Ich höre auf YouTube im Kontext des Themas immer wieder von „Niemand“, ich bin nicht, ich bin „Niemand“.

Ich ist jedoch jenseits von „Jemand“ und „Niemand“, ja jeder festen Gestalthaftigkeit wie auch Gestaltlosigkeit, die immer nur den Hintergrund füreinander bilden, vergleichbar mit einem untrennbaren Paar.

Der Traum erzählt immer eine lange und glaubwürdig überzeugende Geschichte, woher ich kam. Im Thema Mensch ist sie biologisch schon über drei Milliarden Jahre lang.

Aber kam ich da wirklich her? Bin ich in Freiburg oder Farincourt?

In Wirklichkeit bin ich immer nur hier, egal was die Geschichte erzählt.

Und womöglich ist das wie mit meinem Auto? Ich suchte etwas, mit dem ich gar nicht herkam? Der Traum meinte, ich sei mit dem Auto von Farincourt nach Freiburg gefahren. „Real“ (Vorsicht: erzählt die Rahmengeschichte Leben) lag ich in meinem Bett und war einfach eingeschlafen.

Keinen Zentimeter hatte ich mich aus dieser Perspektive bewegt.

In den Geschichten bewegen wir uns alle, und darin ist meiner Ansicht nach nichts falsch. Das ist ebenso ich. Das bin ebenso ich.

Aber ganz real, jenseits aller Geschichten, habe ich mich noch nie bewegt – und so auch noch nie wirklich weg von mir selbst.

Das Selbst scheint nur so schwierig zu finden, da ich es an einer Geschichte festmache.

Jedoch, ziehe ich einfach einmal alle Geschichten ab, ich muss sie dazu nicht einmal verwerfen, ist und war das Selbst schon immer hier. 😉

Erreichen muss ich es nur, wo ich es an einer Geschichte festmache. 🙂

Erreichen muss ich mich nur, wo es die Geschichte verlangt.

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