Wenn ich mir auf YouTube Beiträge von anderen „Erwachten“ anhöre, neige ich dazu, in mir fast allem zu widersprechen. Und schreibe ich einen Kommentar, bekomme ich meist kein Like, wie „gut“ ich ihn auch finde.
Ist es meine persönliche Arroganz und Besserwisserei? Ich denke, durchaus „auch.“ 😉
Ich bin auch mit keiner Antwort zufrieden. Jede versucht etwas festzunagel, was dann aber, geglaubt, einer tieferen Einsichtnahme meist im Wege steht. Es ist eher ein: „Schaue mal in dieser Richtung nach.“
Zu einem Beitrag schrieb ich. „Höre auf, dich zu vergleichen.“ Und was dann übrig bleibt, ist das „Kern-Selbst“, in dem Persönlichkeit ihr Unwesen ( 😉 ) treibt.
Persönlichkeit besteht im Wesen nur aus Vergleichen, vorher – nachher, wie auch der soziale Vergleich. Auch der Vergleich zwischen „erwacht“ und „nicht-erwacht“ ist ein sozialer Vergleich.
Und dazu gibt es sozial eine lange Liste von Bedingungen; um als „erwacht“ zu gelten. Wer sich nicht vergleicht, zerreißt sinnbildlich die ganze Liste und bleibt als das sogenannte „Selbst“ übrig.
Wie sollte es eine Bedingung daran geben, das zu sein, was ich bereits bin – und das auch in allen Verwirrungen und Verirrungen über mich selbst.
Und wer sich selbst „sieht“, sieht auch, dass das Selbst ein ungelöstes Mysterium ist. Und jeder Versuch es auf eine Wahrheit der Vielfalt fest zu nagel nur auf dem Tablett der Illusionen möglich ist.
Persönlich stellt sich im Thema die Frage, wie ich mit mir selbst, als das Unbekannte, in Frieden komme?
Unbekannt bedeutet für das Verständnis immer auch Gefahr, eine mögliche Bedrohung, die ich als Verständnis nicht voraussehen kann.
Diese Gefahr versucht die Religion gerne in einem Teufel oder bösen Geistern zu bannen, greifbar zu machen, aber wenn ich das Selbst bin, warum sollte ich mir dann selbst ein Feind sein?
Jedoch, mich selbst mit mir selbst zu versöhnen, ist nicht anspruchslos, so einfach das immer alles klingt.
Es ist ein persönlicher Prozess, in dem an einem Punkt „Erwachen“ geschieht, aber der immer weiter geht.
Mich hat das Selbst als „Lehrer“ völlig entmachtet, und das fasziniert mich immer wieder. Aber es irritiert mich nicht. Es gibt einen Grund. Und ich muss ihn nicht einmal kennen, um mit ihm in Frieden zu sein.
So habe ich auch keine Angst vor der KI, denn die Intelligenz, die dieses Schauspiel regiert, durchschaue ich nicht, aber ich bin auch nicht von ihr getrennt.
Sie agiert jenseits meiner Vorstellungskraft, und so einfach Leben als Erwachter ist, heute reparierte ich den Kamin für meinen Ofen, so ist es doch andererseits von diesem unbekannten Mysterium durchstrahlt, die das Selbst ist.
Und schaue ich nur in diese Richtung, erspüre ihren Hauch, ohne sie zu verstehen, entsteht Vertrauen, was nicht heißt, dass sich das Selbst nach meinen Vorstellungen richtet.
Früher warnte ich gerne vor Putin, vor Trump, vor dem Klimawandel, aber das Selbst meinte immer lauter: „Rufe nur, es hört dir eh fast keiner zu.“
Als wäre ich ein trotziges Kind, das seinen Eltern widerspricht.
Wenn ich derzeit die Nachrichten lese, haben die Ereignisse in vielem meine düsteren Erwartungen übertroffen, außer der Pandemie, die sich mit der Omicron – Mutation selbst „entschärfte“.
Heute hatte es 25° C,und alle Teiche trocknen hier nun aus. Selbst mein Brunnen macht schnell schlapp, schneller als 2003.
Ein Jahrzehnt der Albträume, in der einer den nächsten überlagert. Das typische Szenario einer herannahenden Katastrophe.
Am meisten lernte ich aus den Bildern des Tsunami in Japan vor nunmehr über 10 Jahren. Eine Katastrophe ist nicht einfach ein Extremereignis. Das ist wie mit den Kipppunkten im Klima. Ist mal einer aktiviert, löst er eine ganze Kaskade aus. Alles kommt zusammen, als hätte sich die ganze Welt verschworen.
Und niemand weiß, wann der Sturm der Ereignisse seinen Höhepunkt findet und wieder abflaut.
Erst dachte ich, alles wird wieder gut, ist Covid durchgestanden? Dann kam der Ukrainekrieg. Dann wurde das „stabile Genie‘ wieder Präsident der USA.
Und hier in Frankreich meldete sich diesen Sommer ein weiterer Mitspieler, der in den Augen der Rechten ein Fake ist, der anthropogene Klimawandel, lautstark zu Wort. Und selbst das unbeheizbare kalte Zimmer unten im Hang wurde zu einem Brutofen.
Auch mein Hangwald versagte, da ihm der Treibstoff Wasser ausging. Die Verdunstungskühlung wurde immer schwächer.
Zum ersten Mal in meinem Leben dachte ich an eine Klimaanlage.
Und so ist das Szenario eine Katastrophe. Die Politik dreht durch, die KI dreht auf und durch, das Klima dreht durch, vorneweg das „stabile Genie“ Trump.
Und dann denke ich oft, das ist alles so verrückt, das kann ja nicht wahr sein.
Aber so ist es eben. das Selbst. Unergründlich in Wahnsinn und Weisheit.
Mehr als mit den Schultern zu zucken bleibt mir dieser Tage meist nicht.
So radle ich gerne durch die Gegend, gehe „schoppen“, sammle Kräuter oder Versteinerungen, begrüße die Tiere am Wegesrand und genieße die Ruhe in der ärmsten und un-touristischsten Gegend Frankreichs.
Im Grunde habe ich null Bock, an diesem Wahnsinn mitzumischen.
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