Spirituelle Erkenntnisse

sind so schwer zu beschreiben, weil sie schlagartig Aspekte der eigenen Wirklichkeit ausleuchten, die persönlich gewöhnlich unsichtbar sind.

Alle Beschreibung „spirituellen Wesens“ scheitern an dieser Barriere, denn um zu sehen, was mit dieser Beschreibung gemeint ist, muss ich es selbst sehen, sprich: erkennen.

Jede Beschreibung erzeugt Vorstellungen, die mit der gemeinten Erkenntnis recht wenig zu tun haben: sie nicht ersetzen können.

Einige spirituelle Richtungen kritisieren wohl daher Berichte über spirituelle Erkenntnis. Einerseits führen sie gerne zu viel Verwirrung und Missinterpretationen – andererseits: Wofür besuche ich eine Schule, wenn ich nichts lerne?

Das ist die eine Diskussion um das Thema „spirituelle Erkenntnis“. Die weitere ist noch viel heimtückischer. Wer die Schule dieser „Kenshos“ (ein Begriff aus dem Zen) durchläuft, wird auch feststellen, dass sie immer „immaterieller“ werden.

Je tiefer die Erkenntnis, desto weniger ist sie noch inhaltlich greifbar, beschreibbar, übersteigt die Analysefähigkeit menschlichen Verständnisses, bis sie wie ein „leerer Plopp“ als Raume steht.

Vielleicht vergleichbar mit einem leeren Gravitationszentrum, aus dem alles aufsteigt und in das alles zurückfällt: „Der Ich-Plopp“.

Diese absolute Zentriertheit des Ich, ohne dazu überhaupt irgendeines physischen erkennbaren Zentrums zu bedürfen, ist ein tiefer Genuss, denn Ich ist hier schwerelos.

Die Reise „spiritueller Erkenntnisse“ beginnt so gerne mit tiefschürfenden Erkenntnissen über die Struktur des Ich (Universums), aber endet in seiner völlig anspruchslosen und einfachen Urnatur.

Ich muss nicht die geringste Ahnung haben, wer ich bin, um mich selbst zu sein.

Der „Ich-Plopp“: Eine Geräusch, das keines ist, ohne Anfang und ohne Ende. Absolut zentriert.

Eines ist unsterblich: Die Wirklichkeit, die DU bist.

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