Was war?

Ich hatte nun einige Zeit kein Internet.

Heute kam nun ein Techniker und fand heraus, dass die Livebox beim Gewitter vor einigen Tagen wohl einen Schaden nahm. Das Glasfaser selbst war intakt. So kostet die Reparatur auch nichts, nur hatte ich hohe Smartphone-Kosten, um alles zu regeln.

Und den Kommentar von Sponti beantwortete ich per Mail. Und stellte zudem fest, dass ich hier weitgehend überflüssig bin.

Es war so still und besinnlich ohne Internet, ich meditierte viel, putzte viel. Und es ist gut möglich, dass ich zukünftig den Lebensstil, der sich durch den Ausfall des Internets ergab, beibehalte.

Ich las auch keine Nachrichten, nicht einmal den Wetterbericht. Und siehe da, ich verpasste auch nichts.

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Ein furchtbares Wetter.

So stand ich erst um 10 Uhr auf, sonst meist vor Sonnenaufgang, vermummte mich in Regenklamotten und zog Gummistiefel an. Und zog mit dem Rad los, um Löwenzahn zu sammeln.

In der Küche eine Lache Wasser, das gestern beim Gewitter unter der Türe hineinfloss. Das trocknet von selber, keine Lust.

Löwenzahn fand ich reichlich, machte dann einen Salat gemischt mit Walnüssen und Knoblauch: sehr lecker.

Nun ist Schnee angekündigt, dann soll es fast wieder 20° C warm werden. Hoch und runter, wie es dem Wetter gefällt.

Nun ließ der Wind nach, die erste Kaltfront ist durch, schnell etwas Holz in den Ofen und dann einen Mittagsschlaf.

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Zwei Hagelgewitter

musste das neue Dach auf dem Gewächshaus schon am ersten Tage schultern. Das erste Gewitter war sogar eine rotierende Superzelle, die allerdings auf einen Tornado verzichtete. Wäre im März auch etwas übertrieben gewesen.

Ich will mehr im Garten machen, weniger Zeit im Internet verbringen, kurzum: alles Gemüse selber anbauen.

Kali Rex ist jetzt bei einer Bekannten ein Dorf weiter. Da hat sie Ansprache von anderen Hühnern. Und das schien mir nach der erfolglosen Brut die beste Lösung. Irgendwie trauere ich den Hühnern nach, aber ich will mich in Hinsicht auf Garten und Tiere erst einmal neu orientieren.

Derzeit bin ich bei „Null“ angelangt, beruflich wie in der Lehre des Erwachens, und das ist andererseits, so seltsam das klingen mag, recht angenehm.

Nur ein Zuschauer der laufenden Horror-Picture-Show, der erleichtert aufatmen darf, nicht mehr mitmischen zu müssen: kein Akteur mehr.

Und das erscheint mir derzeit auch als die attraktivste Rolle: der schräge Opa auf dem Fahrrad, der Brennnesseln isst. Die sind derzeit sehr lecker und ganz zart.

Ich habe auch wenig Bedürfnis, zum laufenden Wahnsinn viel beizutragen. Da kann man sich nur die Finger verbrennen.

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Durch den Schnee und dann die Stürme

war fast das ganze Dach meines Gewächshauses erst eingestürzt und dann im Winde verweht worden.

Vor Jahren hatte ich ein Paket Polycarbonat als Ersatz gekauft. Und das reichte gerade, um heute das Dach am Gewächshaus zu reparieren.

Nun habe ich es auch innen gerodet (Brombeeren und Brennnesseln) und schon die ganzen Blumentöpfe reingestellt.

Ich habe bereits Petersilie, zwei verschiedene Salate, Gurken und die Tomate von Colette (unbekannte Wildform) gesät.

Heute ist mal mild, nun kommt ein Gewitter und übermorgen soll es schneien.

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Derzeit kommen so viele Vögel,

dass meine Futtervorräte sichtbar schrumpfen. Oft kommt derzeit eine große Schar Stieglitze. Und mit ihnen Erlenzeisige, die hier wohl überwintern. die scheinen sich gut zu vertragen, auch wenn die Zeisige eher Winzlinge sind.

Ich wundere mich immer wieder, wie bunt die Vögel näher betrachtet sind. Dazu gesellen sich derzeit gerne Buchfinken. Und erstaunlicherweise sehe ich dieses Jahr mehr Blaumeisen als Kohlmeisen.

Es stürmte, ich radelte zur Perte, um Bärlauch und junge Brennnesseln zu sammeln, aber dann machte mir das Radfahren im Sturm so viel Spaß, dass ich noch eine Runde von über 30 km fuhr.

Ich weiß nicht warum, aber das Radeln im Sturm machte mich euphorisch, wie der Wind an mir zerrte und rüttelte, das Rauschen und die Pfeifgeräusche in den Objekten am Wegesrand. Es war nicht kalt. Und in meiner Winterjacke und mit Regenhosen bin ich winddicht verpackt. Der eine und andere Baum war umgefallen, aber das ist bei uns derzeit normal. Es fallen ungewöhnlich viele Bäume um, fragt mich nicht warum. Am Wind alleine kann es nicht liegen.

Heute nahm ich das MuddyFox. Das ist nun über 30 Jahre alt, aber ich fahre es sehr gerne. Ich weiß gar nicht, ob es an der Rahmengeometrie liegt. Es ist irgendwie handlich und gutmütig.

Nun ist die Zeit, zartes Wildgemüse zu sammeln. Und so ziehe fast täglich einmal los, da ich derzeit gerne Salate esse.

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Selbst wie zu nichts zu werden.

Ich darf einen Widerspruch zwischen „persönlich“ und „nichts“ vermuten. Das darf ich, sollte mir aber darüber nicht zu sehr das Hirn verrenken, denn gerade die Widersprüche hegen die intimste Beziehung zwischen sich selbst. Wer mit wem? Unklärbare Frage. Wo die Antwort sichtbar sein könnte, fehlt ihr das Gegenüber.

Im gewohnten Ablauf der Ereignisse, empfinde ich persönlich am Angenehmsten, zu nichts zu werden.

Im Erwacht-Sein reiche ich persönlich in einen persönlich leeren Raum, der alles unmittelbar miteinander verbindet. Als wären in ihm alle möglichen Zustände gleichzeitig wahr.

Und würden sie sich in diesem Augenblick nicht alle einfach gegenseitig auslöschen, gäbe es sehr viel zu sehen. Sichtbar ist so einfach auch nur das, was hier unerklärlich geschieht, allerdings mit dieser Erweiterung in den Raum der Ewigkeit.

Und wieder darf ich darin einen Widerspruch vermuten, der eine müsste weg sein, damit der andere sein kann. Es lohnt sich auch hier nicht, sich das Hirn zu verrenken.

Ich kann einfach nur ein Mensch und dazu die ganze Wirklichkeit sein, das ganze Universum. Und mögen sich beide bis ins letzte Detail widersprechen.

Ich kann sein und kann gleichzeitig nicht sein. Und wer diesen Trick beherrscht, ist als Mensch einerseits der ganz normale Depp, den die Evolution hervorbrachte, in der Pracht seiner Unfähigkeit, und gleichzeitig das Selbst. Und gleichzeitig der „Ehestreit“ der Trinität.

Und wie das alles zusammenhängt schwebt in einem Schwarzen Loch persönlicher Unsichtbarkeit, über das viel spekuliert, aber umso weniger gewusst wird.

Das Problem ist, dass es im Bewusstsein keinen wirklich Fremden gibt und sei es der abstruseste Ausserirdische. Beide verbindet immer dieselbe Uridentität.

Die Ewigkeit. Zu nichts zu werden ist empfunden sich in diese Ewigkeit fließen zu lassen, mit ihr zu fließen, was aber nicht heißt, dass ich dazu anders sein müsste oder einem anderen Hirnfurz als meinen persönlichen folgen müsste.

Ich fließe in das, was sie wirklich trägt. Der Mensch bildet sich gerne ein, Dinge zu tragen, die er wirklich weder trägt, noch in ihrer Komplexität tragen könnte.

Und die Weisheit der Erleuchtung ist die, mich auf die Dinge beschränken zu lernen, wo mein Part dann wirklich gefragt ist. Und das sind erstaunlich wenige und meist recht einfache Dinge.

Der Mensch ist aus der Sicht des Selbst nicht völlig entmündigt, aber auch nicht wirklich mündig. Dazu ist ein ein zu großer Depp. Und das Selbst nimmt Rücksicht darauf.

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Vorsicht: „spirituell“:

Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, was für eine Scheißkarte ich als Mensch im Leben in der Hand halte.

Und lieber geben sich die Menschen blumigen und abstrusen Versprechungen im Thema hin, statt diese ursprüngliche Berührung, aus der menschliche Kultur hervorgeht, in ihrer Tiefe zu spüren.

Menschliche Kultur ist im tiefsten Wesen ein Kompensationsversuch. In spiritueller Hinsicht ein Placebo.

Ich kann mich das ganze Leben im Thema Placebo aufhalten – und viele bringen einige Zeit Linderung – aber der Prozess bleibt schal und oberflächlich, zieht er seine Dynamik nicht aus dieser ursprünglichen Schmerzberührung.

Erst dann begreife ich die Triebfeder der Spiritualität. Und wo ich diese Berührung zulassen kann, partizipiere ich erst an ihrer Dynamik.

Ich muss von der Frage bis in die tiefsten Wurzeln meiner Identität berührt sein, sie alles infrage stellen lassen, um überhaupt einmal die Haut der Placebos in diesem Thema zu durchbrechen. Und das kann ich nur selber.

Ich bin die Instanz, die berührt werden muss, die durch diese Berührung in ihren geglaubten Grundsätzen erschüttert werden muss, um überhaupt so etwas wie „selber Denken“ im Thema zu entwickeln.

Und dieser Abbruch des Tempels der Placebos macht vor keinem Gottesbild Halt, kennt kein wirkliches Sakrileg im Glauben an was auch immer.

Aber das ist nur möglich, berührt mich die Frage auch wirklich. Sie ist nicht ein Thema unter vielen, sie ist dann „DAS“ Thema, das eigentliche Thema, so viele thematische Sekundärschauplätze entstehen mögen.

Es ist die eine Frage, die im Untergrund alle anderen treibt. Und über die sozial unzählige Placebos als Antworten existieren.

Erst wo sie alle keinen Halt mehr geben, weil die Frage klar genug gesehen wird, wird auch der Prozess „produktiv“. und ich partizipiere an dem, was ihn seit Jahrtausenden, wenn nicht Jahrmillionen treibt.

Alles andere sind Placebos in der jede Identität berührenden Frage:

Wer bin ich?

Nimm die Frage ernst. Dann nimmt dich die Frage ernst.

Den halben Geist verspottet sie: mit Placebos, Träumen, die ohne wirkliches Fundament im Raum der Vorstellungen schweben.

Wer sie nicht ernst nimmt, den führt sie an der Nase herum und reiht den Sucher in den Chor der spirituellen Deppen.

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Heute putzte und wartete ich das Tonic,

aber nach der Einkaufsfahrt durch Schlamm, Regen und Wind sah es wieder so aus wie zuvor.

Derzeit werden hier wieder die Raffinerien bestreikt, teilweise wird der Sprit wohl knapp, aber ich setze ja aufs Fahrrad. Selbst Regen und Sturm sind mir inzwischen recht egal.

Und immer wieder begegne ich auf den kleineren Wegen umgestürzten Bäumen, aber mit dem Fahrrad ist das kein großes Hindernis. Es ist einfach das flexibelste Fahrzeug, geringe Unterhalskosten, kein Sprit. Und inzwischen repariere ich alles selber und werde darin immer besser.

Und ich habe immer so viel Werkzeug dabei, dass ich selbst eine gerissene Kette reparieren kann.

Ich kann nur ein Loblied auf das Fahrrad singen, besonders die älteren Modelle mit 26 Zoll-Bereifung. Dafür sind alle Ersatzteile sehr preisgünstig. Und mehr Fahrzeug braucht es im Umkreis von 40 km selten.

Ich meine ja eh, dass wir sozial Richtung Kollaps steuern, weswegen ich mich schon jetzt damit abfinde. Zur Not gibt es nur noch das Fahrrad als Fahrzeug und Wildgemüse als Grundnahrungsmittel. Und das Holz säge ich von Hand im Wald. Meine vielen Experimente haben mir gezeigt, dass ich hier in der Gegend ganz aus der Natur leben könnte, wie die anderen Tiere auch.

Heute war Jean-Louis da, und um mein Haus eine riesige Vogelschar. Derzeit kommen die Grünfinken aus dem Wald und viele Stieglitze. Eine große bunte Vogelschar. Es macht mir Spaß, die alle zu füttern, besonders seit ich die Sonnenblumenkerne für 1 Euro/ kg beim Bauern bekomme.

Aber heute war extrem, als wäre mein Garten eine Voliere voller Vögel.

Und gerade die verschiedenen Ausflüge, mal Kräuter sammeln, mal Pilze, mal Versteinerungen, empfinde ich wie einen erholsamen Urlaub. Die Natur ist so schön still, während das Internet immer mehr der Hysterie zu verfallen scheint.

Ich sehe ja vieles inzwischen wie Milarepa. Lieber esse ich Brennnesseln, als mich ganz diesem sozialen Wahnsinn hinzugeben, wobei ich den manchmal auch genieße. Es ist eine Frage der Dosis.

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Derzeit bin ich um zwei Dinge froh:

Ein Haus am Arsch der Welt zu haben und „erwacht“ zu sein. Wobei ich bei „erwacht“ nicht einmal mehr sagen könnte, was das nun eigentlich ist.

In der momentanen Vertiefung hat sich das aufgelöst. Einerseits spüre ich persönlich das Wohl aus dem „Erwacht-Sein“, andererseits ist nicht mehr rational erkennbar, worauf es sich überhaupt bezieht.

Bisher konnte ich den Vertiefungsprozess zumindest versuchsweise in Bezüge setzen, Erkenntnisinhalte. Und derzeit ist da gar nichts mehr, als wäre er völlig „grundlos“. Selbst Fixpunkte wie „Ewigkeit“, „Hier“, „Ich“, welche auch immer, wurden bedeutungslos.

Ich spüre nur deutlich, „erwacht zu sein“, aber es ist damit keinerlei Erkenntnisinhalt mehr verbunden und das Leben ganz einfach und „gewöhnlich“, wobei in mir „gewöhnlich“ inzwischen eher ein „zutiefst unerklärlich“ heißt, schaue ich nach.

Und ich kam zu dieser Vertiefung wie die Jungfrau zum Kinde und kann gar nicht mehr sagen, was „erwacht-sein“ nun eigentlich ist?

Wie eine Erkenntnis ohne Inhalt, die ein persönliches „Wohlgefühl“ im Hintergrund aller relativen Tragödien aussstrahlt.

Es beansprucht einfach gar nichts mehr. Keine besondere Tat, keine besondere Geisteshaltung, keinen besonderen Erkenntnisinhalt, nichts, woran es geknüpft werden könnte noch müsste.

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Alle Aussagen zum Selbst

klingen so bescheuert, da das menschliche Verständnis mit dem Thema „Ich“ völlig überfordert ist. Schon die Gegenüberstellung von real und virtuell ist im Grunde Blödsinn.

Und ich bin inzwischen so irrational im Ich gegründet, dass ich darüber auch nur nichtssagenden Blödsinn schreiben könnte.

Und zudem ziemlich „radikal“ drauf. Nicht, weil ich müsste oder darin einen „höheren Sinn“ sehen würde, einfach, weil es mir gerade Spaß macht.

Ich habe die letzte Zeit unglaublich viel erledigt. Und die Blumenerde hole ich mit Fahrrad und Anhänger, indem ich die Maulwurfhügel vor dem Dorf abernte. Ja, mit dem Garten habe ich auch angefangen.

Ich habe kein Vorbild mehr und bin kein Vorbild mehr.

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