Die paradoxe Weltwahrnehmung

zieht sich auch durch das tägliche Leben, indem mir einerseits alles „irgendwie vertraut“ (als wüsste ich, was das alles ist), andererseits völlig rätselhaft erscheint (als könnte nie jemand wissen, was das eigentlich ist).

Das eine scheint mir das genetische, „transpersonale“ Gedächtnis des Körpers zu sein. Der Mensch als Körper weilt ja schon einige Zeit auf diesem Planeten. Dem Körper ist diese Welt weit vertrauter, als die in ihn geborene Persönlichkeit, denn das Verständnis sattelt zwar auf diesem genetischen Gedächtnis auf, ist aber ewig jung, naiv, unwissend: „Der neue Blick auf das Geschehen.“

Untersuche ich mich als das Verständnis genauer, findet es als ewiger junger Geist in der „Begegnung“ von Bewusstsein und Welt statt, als würde sich Bewusstsein eine Körperlichkeit verschaffen, die es eigentlich nicht hat.

Es, was immer es sei, erschafft sich ein Organ (Wesen), mit dem es mit dieser Welt interagieren kann, ohne einen Fettnapf auszulassen.

So findet es in der Körperlichkeit zwar seine eigene Körperlichkeit, aber sie ist nicht verbindlich. Es hat in seiner Körperlichkeit, und damit auch seiner Persönlichkeit, keinen verbindlichen Ausdruck.

Es hat in der Körperlichkeit so seine „wahre Gestalt“, aber es hat die nicht als eine bestimmte Gestalt: „So sieht die perfekte Körperlichkeit des Selbst aus.“

Gott wischt sich die Schweißperlen vom Gesicht: „Es hat zwar ewig gedauert, aber nun bin ich fertig.“

Was ist die wahre Gestalt von etwas, was als Sonne, Mond, Regenwurm, ja, sogar als Huhn, seine wahre Existenz findet? In egal was? Selbst in der Asche meiner gesammelten Werke.

Ich kann zwar das Selbst in seiner Existenz „festhalten“, aber dazu muss ich die Gestalt loslassen. Die Wahrheit des Selbst liegt eben nicht in der Gestalt, einer bestimmten Gestalt, sondern in seiner Existenz.

Und die ist völlig unabhängig davon, was im Leben geschieht.

gefällt mir(4)(0)

Trotz des durchwachsenen Wetters

war ich täglich mit dem Rad unterwegs.

Gestern radelte ich gegen den stürmischen Wind nach Vaite. Ich wollte eine Fotoserie über den Vannon machen, aber es ist ziemlich schwierig, dem Bach zu folgen. Dazu muss ich alle Feldwege erforschen, derzeit ein feuchtes Vergnügen.

Kali Rex hat gerade den Ascheberg vor dem Ofen entdeckt und nimmt ein Staubbad. Sie ist nun grau wie ein Shiva-Sadhu und produziert flatternd eine Aschewolke.

Viel gibt es nicht zu berichten, außer dass ich mit meinem Hometrainer in einem recht großen Fitnessstudio unterwegs bin.

Jetzt muss ich mal den Ofen anzünden…

gefällt mir(3)(0)

Der Ich-Gedanke

Der Ich-Gedanke fasziniert mich immer wieder, denn er ist wie ein Instrument, mit dem ich mich selbst nicht nur in meiner Leere greifen kann, sondern auch in den energetischen Aspekten mit der Aufmerksamkeit „wie in der Hand halten“.

Der „Ich-Gedanke“ ist so eine extreme Weitwinkelperspektive. Ich schaue zum Beispiel nicht auf ein Gefühl, sondern fühle die Nuancen des Gesamtkonzerts des Fühlens in seinem direkten Sein.

Und im direkten Sein umfasse ich immer alles, was dem Verständnis etwas paradox erscheint.

So lange ich im Vordergrund stehe, stehe ich dem Gesamtbild gerne irgendwie im Wege. Ziehe ich mich, bei einfach weiter agierender Persönlichkeit (gerade bekam Kali Rex Walnüsse), in den Hintergrund zurück, die Leinwand, blicke ich aus der extremsten Weitwinkelperspektive.

Und mit diesem Trick habe ich dann im absoluten Hier das Gesamtgespinst des Fühlens in der Hand, was ein Mutant ist, ein brodelnder See.

Ich damit fühle ich auch das direkt, was mich persönlich zu jeder Tat treibt, „das ist das, was mich steuert“… und allein das ist von tiefer Faszination.

Warum? Eigentlich erscheint es im direkten Ausdruck „kleiner“ als wir uns gerne einbilden.

Es ist zwar immer hier, aber besitzt im direkten Ausdruck weniger Köpfe, als die Erinnerung uns gerne vermittelt.

Das Monster des Fühlens sieht, direkt betrachtet, gar nicht so groß und furchterregend aus. Es sind Optionen, die der Ich-Gedanke in seinen Mutationen annehmen kann.

Und ich sehe auch, dass ich immer vollständig alles fühle, was es für mich persönlich zu fühlen gibt: „Das Umgreifen des Ich-Gedanken.“

Das Umgreifen hat den persönlichen Vorteil, dass ich selbst immer aus der persönlichen Stille auf eine Frage blicken kann.

Sobald ich mich in einer Frage selbst bewege, stehe ich mir oftmals einfach nur selbst im Wege.

gefällt mir(2)(0)

Das Rätsel um das Leben

ist eine harte Nuss.

Ich kann nun in diesen Erklärungsnotstand hineindeuten, was ich will, ihn mir schön ausschmücken, mit ein paar gruseligen Reptiloiden dekorieren, oder mich auch erst einmal einfach mit diesem Umstand anfreunden.

Die Vielfalt möglicher Erklärungen zum Leben ist groß, ihre Tragfähigkeit bei näherer Prüfung eher gering.

Das Selbst ist zwar seine eigene Natur, aber hat keine Gebrauchsanleitung.

Weder gibt es eine Annahmestelle für Reklamationen, noch eine Behörde, die sich zuständig sieht, irgendetwas zu erklären.

In der Frage, wie es so weit kommen konnte, sind wir noch nicht weit gekommen. Für den, der unerwartet in einem solchen Spektakel erscheint, ist aber diese Frage interessant.

Wenn es einmal passiert, das mit dem Leben, dann passiert das womöglich öfter? Und dann wäre eine Antwort auf die Frage, warum und wie das passiert, interessant, denn dieses Prinzip einer Zufallsreise ins Leben ist doch recht heimtückisch.

Da wird man geboren, keine Ahnung warum, soll sich einen Reim auf diesen fragwürdigen Zustand machen, und alle rätseln. „Ja, was ist denn da passiert?“

„Schöne Bescherung.“ Aber woher und warum, und überhaupt.

Und wir haben keinerlei echte Antwort auf diese Frage.

Und diese Bodenlosigkeit des Daseins kann ich bedrohlich empfinden, mich in ein Korsett der Erklärungen flüchten, aber sie ist auch ein Tor in die Freiheit.

Gerade die Freiheit, die Welt jeden Tag neu zu erforschen.

Sie ist und bleibt ein tiefes Geheimnis, so banal und gekannt sie manchem Verständnis erscheinen mag.

Denn das größte aller Abenteuer ist das, was geschieht.

Und warum? Keine Ahnung.

gefällt mir(4)(0)

Bewusstsein zu sein,

nutzt mir auf der materiellen Ebene erst einmal rein gar nichts.

Die mirakulösen Fähigkeiten des Bewusstseins? Im persönlichen Sinne: ein Griff ins Klo.

„Sie werden einmal darüber lachen, wie einfach es ist, das Selbst zu erkennen“, sagte einmal Ramana. Und das hat natürlich auch einen ärgerlichen Aspekt:

„Was muss ich für ein Depp sein, dann so lange an dieser Frage zu nagen?“

Und doch erkenne ich als Mensch nun meinen vermissten Anteil. Von außen betrachtet hetzt die Persönlichkeit durch das Ereignis. Von innen betrachtet bin ich das „lautere Nichts“, das ständig neu die Welt ertastet.

Hier-zu-sein erscheint schwer, betrachte ich Hier-Sein unter dem Aspekt der Raumzeit. Jedoch schließt das eigentliche Hier-Sein die Gesamtheit der Raumzeit ein und löst sich aus dieser Vergleichsmöglichkeit.

Am Ende gibt und gab es nur „Hier-Sein“. Schwierig ist das Thema nur, schaue ich es aus der Perspektive der Materie an. Deren Hier ist eine permanente Mutation. Das Hier bildet den wahrnehmenden Hintergrund.

Den Seher, den ich nicht sehen kann, da er sich wie im Ereignis auflöst, physisch, andererseits in seinem Urzustand verbleibt.

Daher steht die Spekulation im Raum, dass das Selbst eine Art „Matrix“ ist, die eine Welt simuliert. Es gibt etwas völlig Rätselhaftes, was so tun kann, als ob es etwas gäbe.

Das Problem ist, dass es etwas gibt, das es aller Logik nach nicht geben dürfte: das Selbst.

Und was sich hier infrage stellt, und was uns selbst infrage stellt, ist eine unbekannte Kraft, die es eigentlich nicht geben kann, da sie sich selbst in ihrer Wahrheit widerspricht.

Mir als Mensch erscheint so das Selbst in seiner Wahrheit als ein Widerspruch.

Aber wie ist es wirklich? Wie könnte ein Modell des Selbst aussehen, das diese paradoxen Widersprüche als Extrem-Perspektiven auf dieselbe Wahrheit beschreibt? Als würde ich einmal das ganze Universum betrachten und gleichzeitig mit dem Mikroskop einen Menschen auf einem verlorenen Planeten im Gesamtbild.

Die menschliche Persönlichkeit ist ein extremer perspektivischer Zoom, gemessen am „Alles und Nichts“, dem sie der Identität nach entspringt.

Das muss man sich mal vorstellen, wie extrem diese Perspektiven relativ entfernt sind. Aus dem Hintergrund der Raumzeit einen Zoom durch einen Menschen hindurch.

Die große Verständnisfrage beim Bewusstsein ist, dass in ihm, aus seiner Perspektive, nichts von absoluter Substanz vorhanden ist, außer es selbst.

Aber wo es sich dann in seiner Gesamtheit wahrnimmt, ist die einzig wahrnehmbare Qualität des Bewusstseins sein Vorhanden-Sein. Ohne das geringste Wissen, was das ist, was vorhanden ist.

gefällt mir(5)(0)

Kali Rex brauchte heute länger,

um ihr Ei zu legen. So konnte ich bis 9 Uhr schlafen.

Es regnete. Dann klarte es kurz auf. Und ich radelte eine Runde, einfach nur, weil ich sonst faul auf dem Sofa liege.

Es war sogar recht angenehm, dann begann es zu regnen. Und ich kehrte um, da ich keine Regenhosen dabei hatte.

Ich kam bis zur Mühle am Vannon. Ich erforsche ja etwas den Vannon. Nur ist das gar nicht so einfach, denn es gibt keinen Weg entlang des Vannon.

Der Vannon hinter Savigny
Die alte Mühle am Vannon
Überquerung des Vannon bei der Mühle.
Ein Stier bei Savigny, Weiden und Felder: alles Schlamm. 🙂
gefällt mir(3)(0)

Mich fasziniert Bewusstsein.

In der Nacht träumte ich, und ich erinnere mich, dass mir Bewusstsein die Persönlichkeit in einem Körper zeigen wollte. Aber da war absolut gar nichts zu erkennen. Ein blankes Nichts, in dem es behauptete, die Persönlichkeit steckt gar nicht im Körper.

Und ich bin dann meist der Depp, schaue mir das an, „große Enthüllung tiefer Geheimnisse“ und: „Mal wieder nichts zu sehen.“

Aus der Perspektive des Bewusstseins (und ich will gar nicht mehr bewerten, welche „wahrer“ ist), befinden sich Körper und Welt in der Psyche, in der sich Persönlichkeit artikuliert.

Und schaue ich dann in den Körper, bin ich dort nicht. Wo bin ich dann? „Die Leinwand.“

Und ich sage auch nicht, die Perspektive (aus der Sicht der Materie) wäre falsch, dass die Persönlichkeit im Körper steckt.

Aus welcher Perspektive betrachte ich diese Frage?

Und dann habe ich zwei Antworten, die beide gut gegründet sind, aber sich (in einem absoluten Sinne) widersprechen.

Aus der Sicht der Materie befindet sich die Persönlichkeit in einem Körper. Und aus der Sicht des Bewusstseins befindet sich die Materie in der Psyche, die sich als Persönlichkeit ausdrückt.

Wenn Ramana meint: „Wo soll ich hin, ich bin hier?“ betrachtet er die Frage aus der Sicht des Bewusstseins. Und Leben und Tod sind aus dieser Perspektive ein Geschehen im Bewusstsein. Und wo soll das hin, ist alles ein Geschehen im Bewusstsein? Es steht still, egal was sich auch bewegen mag.

Betrachte ich die Frage aus der Perspektive der Materie, steckt die Persönlichkeit im Körper. Und der Körper ist die Persönlichkeit, in dem, was sie materiell darstellt.

Von außen betrachtet ist so die Persönlichkeit ein Körper im Großereignis Universum. Und von innen betrachtet ist die Persönlichkeit blankes Bewusstsein, in dem dieses Großereignis geschieht.

Und ich sehe keinem Weg, zu beweisen, dass eine der beiden Perspektiven wahrer als die andere wäre. Beide sind für sich von tiefer Wahrheit.

Aus der Sicht des Bewusstseins gibt es so etwas wie „viele Persönlichkeiten“ gar nicht. Sie sind alle Inhalte derselben Psyche.

Und diese „kosmische Psyche“ wird uns wohl noch länger unterhalten, denn sie unterhält sich ganz gerne mit „sich selbst“.

Und dabei versucht sie auch, ihr eigenes Korrektiv zu sein.

„Gott“ gleicht so, psychoanalytisch betrachtet, einem unbekannt großen Zoo.

Und ich kann mich in ihm verloren fühlen, gestrandet in den Untiefen der Raumzeit. Aber andererseits, es ist persönlich genauso wahr, dass alles nur aus dem einem kurzen Blitz des Urknalls besteht: dem Nichts.

Und darin ist jeder und alles auf ewig daheim, allem relativen Scheitern zum Trotze.

gefällt mir(2)(0)

Heute stritten sich zwei Katzen,

und da Kali Rex von dort zuschaute, wo sie hinrannten, dachte sie, sie jagen hinter ihr her. Und ein Geschrei, dann rannte sie den Hang hoch und war für Stunden nicht zu sehen.

Als sie am Abend wieder auftauchte, nahm ich sie rein. Sie stellte sich gleich ans Fenster und schimpfte lautstark in den Garten.

Die Katze und das Huhn. Ich denke, da würde der eine die andre gerne ums Eck bringen, wäre nicht die höhere Instanz des Hausherrn.

Während der Mensch mit eingebildeten Göttern leben muss, haben es ja die Tiere im Garten mit einem echten Gott zu tun. Und ein Gott hat „Mana“, was zu fressen. Und Essen ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Tiere.

Sie haben fast alle furchtbare Angst vor den existierenden Göttern. „Gott kannst du nicht über den Weg trauen.“

Das verheerende Gottesbild der Tiere ist vom Mensch verschuldet, der als das Ebenbild Gottes auf Erden regiert, besser: er versucht es.

Mit Göttern ist wahrscheinlich wie mit Außerirdischen. Wir wären wahrscheinlich noch schlimmer als die Hühner.

gefällt mir(3)(0)

In der zweiten Februarhälfte gewinnt die Sonne spürbar Kraft,

bis dahin bleibt es wohl ein Trauerspiel in Nebel und Regen.

Aber Kali Rex will unbedingt im Schlamm wühlen. Ich schaute mir den neuen Teich in Valleroy an. Und im Wald ist alles rutschig und schlammig.

In diesem Teich darf man baden. Und da werde ich mich im Sommer mal vergnügen. Ich sehne mich schon länger nach einem brauchbaren Gewässer in der Nähe. Billiger als ein eigener Pool. 🙂

Das reicht, um etwas zu schwimmen.
Was das werden soll, ist mir noch unklar.
gefällt mir(3)(0)

Derzeit staune ich meist nur,

denn bei Lichte betrachtet wissen wir erstaunlich wenig und bilden uns gerne viel zu viel auf dieses wenige ein.

Wenn ein Kurs, dann vielleicht: „Wie entdecke ich den Deppen in mir?“, denn um den Deppen zu erkennen, muss ich immer erst den Deppen in mir erkennen.

Der Depp in mir ist kein Feind, sondern der, der von seinem Irrtum erlöst werden will.

Als Mensch bin ich weit mehr ein von „Instinkt“ getriebenes Tier, als eine Instanz der mirakulösen Vernunft. Aber es ist immer besser, ich erkenne es an, als ich gebe mich Illusionen hin.

Erst wenn der Depp in mir sichtbar ist, wird er auch in der Welt sichtbar:

Es erscheint dann zwar vieles äußerst peinlich, aus der Sicht der Vernunft, aber das ist diese ganze Veranstaltung letztlich.

Einfach nur: peinlich. Und damit muss ich leben, kann ich leben, denn in der Erkenntnis des Deppen liegt auch etwas Heilung.

Wir können ja froh sein, dass uns nicht noch Außerirdische bewerten und mir ein geistiges Armutszeugnis ausstellen, wie wir gerne vielen Tieren.

Aber auch als Depp kann ich mich durchschlagen, auch durch das „spirituelle Thema“.

Ich muss halt einfach immer nur damit rechnen, mich selbst geirrt zu haben: selbst der Depp im Thema zu sein.

Wissen bildet die Körperlichkeit des Verständnisses, davon ist viel unbewusstes Wissen, Genetik, und vieles wird dadurch erleichtert, auch in der Reform eigenen Wissens, erkenne ich substanziell nicht dieses Wissen zu sein, um mich selbst sein zu können/ dürfen/ was auch immer: das richtige Selbst.

gefällt mir(3)(0)